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kennen Sie das Kinderlied „Mit Sternen ist die Stadt geschmückt…“? Die Kinder in unserem Kindergarten Am Katerbach singen es jedes Jahr neu in der Adventszeit und es ist ein Vergnügen zu erleben, wie sie das mit wahrer Inbrunst und Freude tun…
Ein besonderes Erlebnis.  

Nun ist aber nicht nur unsere Stadt und sind unsere Häuser mit Sternen geschmückt, sondern auch unsere Stadtkirche. Ein Herrnhuter Stern ist zum ersten Mal in diesem Jahr in unserer Kirche im Altarraum aufgehängt. Sein warmes, weiches und freundliches Licht macht hoffentlich vielen Menschen aus nah und fern Freude und hilft, die Advents- und Weihnachtstage zu bedenken.

In der biblischen Weihnachtsgeschichte nach dem Matthäusevangelium (Kapitel 2) spielt ein Stern eine große Rolle. Sie alle kennen die Geschichte von den Weisen, die nach einer langen Reise von einem Stern geführt in den Stall kommen und dem Jesuskind in der Krippe begegnen. Dabei werden sie vor Gefahren und Menschen, die Angst vor dem Jesuskind haben, geschützt. Gott begleitet sie.

Diese Geschichte wird von einem Lied von Alfred Hans Zoller aus dem Gesangbuch aufgegriffen:

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg,  führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht.  Leuchte du uns voran, bis wir dort sind, Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.

Stern über Bethlehem, nun bleibst du steh´n. Und lässt uns alle das Wunder hier seh´n, das da geschehen, was niemand gedacht, Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

Stern über Bethlehem, wir sind am Ziel, denn dieser arme Stall birgt doch so viel. Du hast uns hergeführt, wir danken dir. Stern über Bethlehem, wir bleiben hier.

Stern über Bethlehem, kehrn wir zurück. Steht doch dein heller Schein in unserm Blick, und was uns froh gemacht, teilen wir aus. Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus.

Mir gefällt das Lied. Seine schöne Melodie und sein Text gehören für mich zu den Weihnachtstagen dazu. Es gefällt mir so gut, weil ich in dem Lied direkt angesprochen bin. Der Text führt vor Augen, dass es an Weihnachten um uns Menschen geht, um Sie und um mich.

Uns führt der Stern zur Krippe hin. Zusammen mit den Eltern, den Hirten und Weisen stehen wir bei dem Kind Jesus. Und dann können wir das Wunder sehen, es erahnen: in diesem kleinen Kind begegnet uns der große Gott. Auf ein Neugeborenes, das auf Hilfe, Liebe und Fürsorge angewiesen ist, legt Gott sich fest – und damit auch auf uns Menschen. Hier ist das Ziel, sagt das Lied. Hier ist das Ziel allen Menschseins. An der Krippe sind wir an Gott und seiner Liebe zu uns Menschen dran.

Und dann? Und dann geht es weiter. Zurückgehen sollen wir, reicher um eine Gottesbegegnung. Zurückgehen sollen wir in den Alltag und das, was unser Leben ausmacht.

Das, liebe Leserin, lieber Leser, was wir mit Weihnachten verbinden, die liebevolle Festlegung Gottes in Jesus auf die Welt, will geteilt werden: mit allen Menschen. Denn nicht nur für die Weisen leuchtet der Stern, sondern auch für die Hirten. Nicht nur für die Reichen, sondern auch für die Armen.

Nicht nur für die Politiker und Machtvollen, sondern auch für die, die machtlos sind, leuchtet Gottes Licht. Nicht nur für Alte oder Junge, sondern für beide. Für uns in Europa ebenso wie für Menschen in der weiten Welt.

Gottes Stern, der uns an seine Liebe erinnert, macht keinen Halt vor kulturellen Unterschieden, vor menschlichen Grenzen und Ausgrenzungen. Er leuchtet für die Welt. Das verpflichtet. Wir sind eingeladen, das mit dem Nächsten, der uns begegnet, zu teilen.

Liebe Leserin, lieber Leser, so will uns das Wunder erreichen und das ganze Jahr begleiten und unser Handeln und Denken, unser Leben bestimmen – nicht nur zur Weihnachtszeit. Das ist nicht immer einfach, aber doch ein Weg, der zum friedlichen Miteinander helfen kann. Ein Weg, der dazu beiträgt, dass es gerechter und friedvoller in unserer näheren und ferneren Umgebung wird. 

Stern über Bethlehem, nun bleibst du steh´n. Und lässt uns alle das Wunder hier seh´n.

Wunderbare Weihnachten wünsche ich in unserer Stadt, unseren Häusern, unseren Kirchen, die mit Sternen geschmückt sind!

Friedrich Heidelbach