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Im Blick

seit gut einem halben Jahr gibt es in unserer Landeskirche und damit auch in der Kirchengemeinde Homberg ein Zusatzgesangbuch für die Feier des Gottesdienstes. In diesem EG+ (das steht für: Evangelisches Gesangbuch Plus) finden sich viele Lieder, die wir schon lange singen, die aber bisher noch nicht für uns zugänglich waren. Das ist nun mit dem EG+ anders. Ich erlebe das Büchlein mit seinen knapp 200 Liedern als eine echte Bereicherung.

Als eine echte Bereicherung erlebe ich das EG+ aber vor allem auch deswegen, weil sich darin neue Lieder finden, die ich bisher noch gar nicht kannte. Die will ich gerne kennenlernen. Mit Ihnen zusammen wollen wir das in den Gottesdiensten erreichen, indem wir diese neuen Lieder z.B. als Monatslieder kennenlernen, sie also immer für gut vier Wochen im Gottesdienst verwenden.

Und schließlich finden sich auch noch Lieder, die eine „alte“, mir vertraute Melodie haben, die aber mit einem neuen Text versehen sind. So ein Lied ist „Dich rühmt der Morgen“ (zu finden im EG+ 144). Ein Morgenlied, das auf die Melodie „In dir ist Freude“ zu singen ist. Folgende zwei Strophen sind zu finden:

Dich rühmt der Morgen. Leise verborgen singt die Schöpfung dir, Gott, ihr Lied. Es will erklingen in allen Dingen und in allem, was heut geschieht. Du füllst mit Freude der Erde Weite, gehst zum Geleite an unsrer Seite, bist wie der Tau um uns, wie Luft und Wind. Sonnen erfüllen dir deinen Willen. Sie gehn und preisen mit ihren Kreisen der Weisheit Überfluss, aus dem wir sind.

Du hast das Leben allen gegeben, gib uns heute dein gutes Wort. So geht dein Segen auf unsern Wegen, bis die Sonne sinkt, mit uns fort. Du bist der Anfang, dem wir vertrauen, du bist das Ende, auf das wir schauen. Was immer kommen mag, du bist uns nah. Wir aber gehen, von dir gesehen, in dir geborgen durch Nacht und Morgen und singen ewig: Halleluja.

Schön, oder?
Der Text stammt von Jörg Zink aus dem Jahr 1982, die beschwingte Musik von Giovanni Giacomo Gastoldi (1591).

Wir werden durch diese Worte in einen wunderbaren Sommermorgen mithineingenommen. Das Bild auf der ersten Seite unseres Gemeindebriefes nimmt das sehr schön auf und erinnert daran.

 

Die Schöpfung singt dem Schöpfer ein Lied, wie Tau und Wind ist Gott in seiner Welt gegenwärtig, in allen Dingen klingt er an, hinter ihnen ist er zu erahnen. Er ist der Ursprung allen Lebens, sein Wort hält Gutes für uns Menschen bereit.

Und –so sagt das Lied und das ist wichtig für unseren Glauben- Gott steht nicht nur am Anfang allen Lebens, sondern er bleibt seiner Schöpfung weiter treu: Gottes Segen begleitet seine Schöpfung durch den ganzen Tag. Gott ist Anfang und Ende, in dem was passiert, ist er dabei. Und so können wir Menschen unsere Weg gehen: voll Zuversicht und zugleich wissend, dass Gott uns mit seinem Blick der Liebe begleitet und wir in ihm zu allen Zeiten geborgen sind. So bleibt uns Menschen der Dank, den wir singend ausdrücken:

Halleluja!

Ich schreibe diese Gedanken an einem sonnigen Frühlingsmorgen kurz nach Ostern auf. Die Sonne scheint, Primeln und Osterglocken machen den Rasen am Pfarrhaus bunt, die Magnolie, die ich von meinem Arbeitsplatz aus sehe, fängt an zu blühen. Es könnte ein schöner Tag werden.

Ich formuliere diese Worte an einem Tag, an dem Militärschläge angekündigt und Kriegsdrohungen ausgestoßen werden. Ich bin irritiert und erschrocken.

Das Lied aus dem EG+ kann ich heute an so einem Tag besonders gut singen:

Du bist der Anfang, dem wir vertrauen, du bist das Ende, auf das wir schauen. Was immer kommen mag, du bist uns nah.

Ja, diese Zusage kann ich heute gut gebrauchen. Diese Worte trösten mich und machen mich zuversichtlich. Sie tun mir gut und vergewissern mich in meinem Glauben. Sie bringen mich auf den Weg!

 

Übrigens: wir werden das Lied im Gottesdienst am 24. Juni singen. Die Liednummern aus dem EG+ sind auf den Liedtafeln mit einem „+“ versehen. Sie werden also das Morgenlied finden unter der Nummer +144 im EG+.

Friedrich Heidelbach