Aktuelle Seite: Startseite Besondere Andachten

Diese Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach, Homberg

Andacht für Zuhause, Februar 2024

ERÖFFNUNG
Gott, segne mir diese Andacht.

PSALM
Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht; deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde fest gegründet und sie bleibt stehen. Sie steht noch heute nach deinen Ordnungen; denn es muss dir alles dienen.
Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend. Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe, Stärke mich, dass ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

IMPULS
>Wenn das Brot, dass wir teilen als Rose blüht und das Wort, dass wir sprechen als Lied erklingt, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht, in der Liebe, die alles umfängt.<

So singen wir im Lied 632 aus dem Gesangbuch. Das Lied erzählt vom Reich Gottes. Das Reich Gottes beginnt dort, wo die Liebe in unserer Welt Platz findet. Das Lied erzählt von der Gegenwart Gottes, die sich dann ereignet, wenn Menschen einander im Namen Jesu Gutes tun.

Das Reich Gottes erahnen… Gottes Gegenwart spüren – das hört sich schön an, oder?

Aber: Klingt das Lied nicht ein wenig großspurig? Verspricht es nicht eigentlich mehr, als es halten kann? Gottes Gegenwart, sein Reich in unserer Welt? Wo erleben wir das denn? Wo begegnet es uns? Es sind doch eigentlich andere Dinge, die uns und unsere Zeit beherrschen und bestimmen…

In diesem Jahr blicken wir weiter auf den Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Wir denken an die Auseinandersetzungen im Nahen Osten.
So viel Leid und Elend durch Naturkatastrophen.
Die Welt ist erschüttert. Schlimme Nachrichten erreichen uns und unser Herz.

Und wir können diese großen und schlimmen Ereignisse, die uns irgendwie alle angehen, natürlich herunterfahren auf unser Miteinander, auf unser Leben und das, was uns ausmacht: jeder von uns, der von Streit aus seiner Familie erzählen kann. Wohl jeder von uns, der vom Leid betroffen ist, bei sich selbst oder einem nahe stehenden lieben Menschen. Mancher, der sich Sorgen macht, und nicht recht weiß, wie es weitergehen soll…

Das ist doch unsere „Welt-Wirklichkeit“, das ist doch das, was wir erleben. Wo ist denn da das Gottes Reich?

So oder so ähnlich werden auch damals die Jünger gefragt haben. Was ist denn mit dir, Jesus, und dem Reich Gottes, das du angekündigt hast? Wie ist es mit der guten Herrschaft Gottes in unserer Welt? Wir sehen nur wenig davon. Wir sehen eher, wie der Widerstand wächst und Hass größer wird. Wie wird das mit dir ausgehen, wenn du nach Jerusalem gehst, den Weg in das Leid, den Weg ans Kreuz? Wird das nicht das Ende sein?

Auf diese Fragen antwortet Jesus seinen Jüngern mit einer kurzen Beispielgeschichte, einem Gleichnis. Sie können die Antwort Jesu im Markusevangelium, Kapitel 4, die Verse 26-29 nachlesen. Dieser Abschnitt ist der Bibeltext für diese Gedanken!
>Und Jesus sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen auf das Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.<

Wie ist es um das Reich Gottes in unserer Welt bestellt? Wo erahnen wir Gottes verheißene Herrlichkeit in unserer Wirklichkeit? Schaut auf den Bauern, sagt Jesus. Er geht über den Acker und sät den Samen, es wird Tag und Nacht, und es hat sich gelohnt. Das, was er gesät hat, geht auf und wächst. Es bringt zu seiner Zeit Frucht, die dann geerntet wird. Es kommt so, auch wenn der Landwirt nicht weiß, wie das alles geschieht.

„Vertraut!“, sagt Jesus!
Gegen die Erfahrung der Weltwirklichkeit der Jünger damals und von uns heute, will uns Jesus ermutigen mit dem Hinweis auf das Samenkorn: die dem Samenkorn innewohnende Kraft gebraucht er als Bild für die unermessliche Kraft der Liebe Gottes, die da ist, die heranwächst, die Wind und Wetter trotzt und die letztendlich über die Weltwirklichkeit von Hass, Streit und Egoismus triumphieren wird. Gottes Reich wird sich durchsetzen, das ist versprochen und wird sich erfüllen. Gottes Liebe wird über den Hass der Welt siegen, wenn auch für uns auf Grund unserer Erfahrungen oft unvorstellbar.

Jesus lädt uns ein, im Kleinen das Große zu sehen. Gottes Spuren können wir im Kleinen erahnen. Und fest darauf vertrauen, dass Gott zu seinen Zusagen steht. Gott schafft sein Reich, weil das sein Wille ist. „Vertraut!“, sagt Jesus!

Das ist für viele eine Zumutung, das ist viel verlangt. Dieses Vertrauen gegen die Wirklichkeit, gegen unsere Erfahrungen verlangt uns oft viel ab: denken wir an die Notsituationen in der Welt, an unsere großen und kleinen persönlichen Sorgen.
Und doch bleibt es dabei: es bleibt uns wohl nur das Vertrauen in Gottes Möglichkeiten. Es bleibt die Hoffnung, dass trotz all dem Schweren und Bösen, was Menschen erfahren und sich gegenseitig antun, Gottes Liebe und seine Barmherzigkeit das letzte Wort behalten werden. Das Leben, das in Gott seinen Ursprung hat, wird sich durchsetzen – auch über die Erfahrung des Todes hinaus. Dafür bürgt uns der Erzähler des Gleichnisses: Jesus selbst, der die Liebe Gottes ist.

Vertrauen auf die Liebe Gottes – das will Kraft geben, in unserem Umfeld Gutes zu tun. Das Lied, das wir vor der Predigt gesungen haben erzählt davon: Z.B.:

+ Teilen, mit dem, der bedürftig ist
+ mit Worten Gutes tun
+ sich auf das Leid anderer einlassen
+ Not lindern und Freude schenken
+ Hände halten und Hilfe annehmen
+ Trost geben und empfangen
+ Schmerz teilen und Hoffnungen entdecken
+ eigenes Leid tragen und vom Leben singen, auch angesichts des Todes

In all dem wird sich Gottes Liebe durchsetzen und erfahrbar werden – für uns und andere. In all dem wird Gott uns gegenwärtig sein. Das will und kann uns ermutigen zum Vertrauen und guten Handeln aneinander im Sinne Jesu. Dann sind wir auf dem rechten Weg, dann können wir getrost unser Leben angehen und den Tag der Ernte abwarten. In all dem segne uns Gott. Amen.

FÜRBITTEN
Gott, wir bitten Dich um Segen für deine Welt, um Heilung für die Kranken, um Hunger für die Satten, um Hoffnung für die Müden, um Liebe für die Frommen, um Glauben für die Suchenden, um Trost für die Verzweifelten, um Auferstehung für unsere Toten. Dein Reich komme.

VATER UNSER

SEGEN
Gott, um Deinen Segen bitte ich für dich für die WElt, für die Menschen und für mich. Amen.