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Die Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach aus Homberg:

Andacht für Zuhause, 26. September 2021

EINSTIMMUNG
Zur Ruhe kommen, vielleicht eine Kerze anzünden, ein Musikstück hören, einen Liedvers summen oder singen.

GEBET zu Beginn
Gott, du möchtest, dass wir dir vertrauen, uns zu dir bekennen. Das ist oft gar nicht so einfach. Wir bitten dich: hilf uns dabei, schenke du uns das, was wir benötigen, um so zu leben, dass du daran Freude hast. Wir wollen Glauben, hilf unserem Unglauben. Segne uns diese Andacht. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

LIED +34,1-3 Komm, Heilger Geist…
Kehrvers: Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft, / die uns verbindet und Leben schafft.
1. Wie das Feuer sich verbreitet / und die Dunkelheit erhellt, / so soll uns dein Geist ergreifen, / umgestalten unsre Welt. Kehrvers
2. Wie der Sturm so unaufhaltsam, / dring in unser Leben ein. / Nur wenn wir uns nicht verschließen, / können wir deine Kirche sein. Kehrvers
3. Schenke uns von deiner Liebe, / die vertraut und die vergibt. / Alle sprechen eine Sprache, / wenn ein Mensch den andern liebt. Kehrvers

PSALM 37/EG 720
Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Sei stille dem Herrn und warte auf ihn. Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust. Bleibe fromm und halte dich recht; denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr hilft den Gerechten, er ist ihre Stärke in der Not.

LESUNG Römer 10,9-13
„Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: »Jesus ist der Herr!«, und wenn du von ganzem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet werden. 10 Wer also von Herzen glaubt, wird von Gott angenommen; und wer seinen Glauben auch bekennt, der findet Rettung. 11 So heißt es schon in der Heiligen Schrift: »Wer auf ihn vertraut, steht fest und sicher.« 12 Da gibt es auch keinen Unterschied zwischen Juden und anderen Völkern: Sie alle haben ein und denselben Herrn, Jesus Christus, der aus seinem Reichtum alle beschenkt, die ihn darum bitten. 13 »Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.«“

GLAUBEBNSBEKENNTNIS

LIED +96,1-3 Ich sing dir mein Lied…
1. Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben. Die Töne, den Klang hast du mir gegeben von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde, du Quelle des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
2. Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben. Den Rhythmus, den Schwung, hast du mir gegeben von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst, du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied. 
3. Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben. Die Töne, den Klang hast du mir gegeben von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen, du Zukunft des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

PREDIGT zu Römer 10,9ff
+ Votum
Liebe Leserin, lieber Leser,

heute ist Bundestagswahl! Wir können wählen und müssen uns entscheiden… Eine Entscheidung treffen. Sich für etwas einsetzen. Dazu stehen. Liebe Gemeinde, wir haben die Chance, Politik mitzubestimmen. Ich finde das großartig!
Das geht nicht in allen Ländern der Welt! In vielen anderen Ländern gehen Menschen für dieses Recht auf die Straße und riskieren Kopf und Kragen! Allein deswegen sollten wir unsere Freiheit nutzen und wählen gehen. Nutzen sie diese Möglichkeit!

Eine Entscheidung treffen. Sich für was einsetzen. Dazu stehen. Das begegnet auch an anderer Stelle. Neulich war ich nach langen Monaten mal wieder mit Kollegen beim Fußball in Kassel im Auestadion.

Wer von Ihnen ein wenig fußballinteressiert ist, weiß, dass in diesem Stadion der KSV Hessen Kassel spielt. Dieser Fußballverein, zu dessen Spielen ich –wenn es irgendwie ging- schon vor mehr als 35 Jahren als Schüler gegangen bin, spielt heute in der 4. Liga. Das ist -mit Verlaub- nichts Besonderes. Knapp 2.000 Zuschauer. Da heißen die Gegner eben nicht Bayern München, Dortmund oder Hertha, sondern Stuttgart II, Offenbach oder Ulm.
Nur 4. Liga - und doch gehe ich da hin, zahle Eintritt, freue mich mit, wenn sie gewinnen, ärgere mich, wenn sie verlieren. - Erklären kann ich das nicht – aber erklären Sie mal die Liebe…
Nicht alles ist toll im Fußballstadion, das weiß ich auch! - Besonders beeindruckt bin ich aber in jedem Fußballstadion von den echten, den wahren Fans. Ich bin beeindruckt, weil diese echten Fans, ausgerüstet mit Trikot, Mütze und Schal, organisiert im Fan-Club, oft schon lange vor dem Spiel im Stadion sind, singen, feiern, fröhlich sind. Ich bin von denen beeindruckt, weil sie von der ersten bis zur letzten Minute anfeuern, jubeln, trauern, schimpfen, sich freuen, mit Leib und Seele dabei sind. Sie stehen hinter ihrem Verein. Sie stehen dafür ein, sie bekennen sich zu ihm. Ihr Bekenntnis lassen sie sich was kosten (Geld, Zeit, manchmal auch Hohn und Spott). Sie vertreten ihre Meinung – und selbst, wenn der KSV verloren hat und sie sich ärgern, sind sie beim nächsten Heimspiel doch wieder dabei. Liebe Gemeinde, verstehen kann man das nicht. Aber erklären Sie mal die Liebe…

Für etwas einstehen, ganz und gar, ohne Wenn und Aber, treu sein, durch „Dick und Dünn“ mitgehen, ganz überzeugt sein und sich nicht davon abbringen lassen – dafür stehen für mich die „echten Fans“ beim Fußball. Nichts, aber auch gar nichts kann sie von ihrer Leidenschaft abbringen. 100%ig bekennen sie sich und lassen nichts auf ihren Verein kommen.

Der Predigttext, der für dieses Wochenende vorgesehen ist, hat mich auf diese Einstiegsgedanken gebracht. Denn in diesem Abschnitt aus dem Römerbrief geht es auch um Bekenntnis, um Vertrauen, um Glauben. Und es wird Schönes in Aussicht gestellt…

Hören wir nochmal aus der Bibel „Hoffnung für alle“ den Verse 9 aus dem 10. Kapitel des Römerbriefs:
>Denn wenn du mit dem Munde bekennst: „Jesus Christus ist der Herr!“, und wenn du von ganzem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet werden.<

Drei Stichworte werden genannt, die ich gerne mit Ihnen noch näher betrachten möchte:
1-Bekennen mit dem Mund.Liebe Leserin, lieber Leser, auch darum geht es im christlichen Glauben: wir sind eingeladen, aufgefordert, zu bekennen, was wir glauben. Also, von Gott und seiner Liebe zu den Menschen zu reden. Wir tun das miteinander in fast jedem Gottesdienst. Dann z.B., wenn wir gemeinsam mit den alten Worten das apostolischen Glaubensbekenntnisses sprechen. Wir tun es im Gottesdienst, wenn wir beten und singen, einfach schon dadurch, wenn wir zusammen sind.
Aber wie ist das mit dem Bekenntnis des Glaubens im Alltag? In unserer Familie, im Freundeskreis, in der Schule, am Arbeitsplatz in den Vereinen, in unseren Lebenszusammenhängen? Wissen die anderen Menschen von uns, dass wir an Gott glauben und zum Gottesdienst gehen? Wissen sie, dass uns die Liebe Gottes und die Nächstenliebe wichtig sind? Kann man das an unserem Lebensstil, am Reden und Handeln ablesen und erkennen? Nicht einfach, oder?

Das zweite Stichwort, worauf ich Ihren Blick lenken möchte:
2-Glauben, dass Gott Jesus vom Tode auferweckt hat?
Was heißt „glauben“?
Wenn die Bibel dieses Wort verwendet, geht es um Vertrauen: „Ich vertraue darauf, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat!“ Ich vertraue darauf, ich lasse mich ganz darauf ein, es ist meine Wahrheit, ich baue darauf mein Leben auf. Glauben, vertrauen im biblischen Sinn meint, dass das Fundament meines Lebens Gott in seiner Liebe ist, die an Jesus deutlich wird. Glauben, Vertrauen im biblischen Sinn heißt, dass ich nicht tiefer fallen kann als in die Hände Gottes.
Die Haltung, die das Wort Glauben/Vertrauen umschreibt, ist letztlich wohl eine Beziehungsumschreibung: Glauben, Vertrauen beschreibt die Haltung des Menschen zu Gott. Ich verstehe mich ganz von ihm her und versuche, mein Leben so zu gestalten, dass Gottes- und Nächstenliebe zusammenkommen.

Ein drittes Stichwort noch: Auf das Bekennen und Glauben folgt eine Verheißung: 3-Dann wirst du gerettet werden!
Das ist die Verheißung, das Ziel, die Hoffnung, die uns durch die Auferstehung Jesu von den Toten gegeben ist. Wir werden gerettet. D.h., wir können uns freuen auf die Gemeinschaft mit Gott, auf das unmittelbare Zusammensein mit ihm, auf seine Nähe, auf das ewige Leben.
Die Bibel ist voller Bilder für diese Hoffnung: sie spricht davon, dass Gott und die Menschen zusammen sein werden, dass es keine Tränen mehr geben wird, kein Leid, Geschrei noch Schmerzen. Gott hat eine Wohnung für uns, sein Tisch ist immer gedeckt.
Bilder, die von dieser Hoffnung erzählen. Bilder aber nur, die Wirklichkeit Gottes wird mehr sein als die Bilder uns jetzt beschreiben.

Liebe Lesegemeinde,

>Denn wenn du mit dem Munde bekennst: „Jesus Christus ist der Herr!“, und wenn du von ganzem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet werden.< Dazu sind wir eingeladen – und Großes ist uns verheißen. Gute Aussichten! Die echten Fans im Fußballstadion erinnern mich an diese Haltung – und an die Hoffnung, die Gott und schenkt! Amen.

LIED +50,1-3 Ich sage Ja…
1. Ich sage Ja zu dem, der mich erschuf. Ich sage Ja zu seinem Wort und Ruf, zum Lebensgrund und Schöpfer dieser Welt, und der auch mich in seinen Händen hält.
2. Ich sage Ja zu dem, der uns gesandt und aus dem Tod zum Leben auferstand und so trotz Hass, Gewalt und Menschenlist für uns zum Freund und Bruder worden ist.
3. Ich sage Ja zu Gottes gutem Geist, zum Weg der Liebe, den er uns verheißt, zu wagen Frieden und Gerechtigkeit in einer Welt voll Hunger, Angst und Leid. 

FÜRBITTGEBET
Guter Gott, schenke uns so einen Glauben, der bekennt, vertraut und ganz auf dich setzt. Gib uns deinen Geist und schenke uns Kraft und Mut zu einem Weg, der von deiner Liebe bestimmt ist.

Guter Gott, wir beten für die Bundestagswahl in diesem Jahr. Wir bitten Dich: Gib den Gewählten Kraft, ihrem Gewissen zu folgen und auf die Menschen und ihre Anliegen zu hören. Dank, das in unserem Land demokratische Verhältnisse sind und dadurch viel möglich ist.
Wir bitten Dich: Erhalte Zusammenhalt und Toleranz, hilf, Spaltungen zu überwinden und abweichende Meinungen auszuhalten. Wehre Ausgrenzung und Menschenverachtung, stärke die Fähigkeit zum Kompromiss.
Wir sehen die großen Aufgaben, die vor uns liegen und nehmen wahr, dass die Auseinandersetzung über den richtigen Weg zunehmend an Schärfe gewinnt.

Guter Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die mit dem Leben Mühe haben, die trauern, die krank sind. Wir denken vor dir an die, die allein sind und die in unserer Gesellschaft nicht gebraucht werden. Wir bringen vor dich all die Menschen, die uns ganz besonders anbefohlen sind und nennen dir in der Stille ihre Namen, jeder für sich.

STILLE

Gott, so lass es geschehen, dass wir dein Wort hören und es in der Welt gehört wird. Schenke, dass es Menschen verändert und dadurch gerechtere Verhältnisse entstehen. Lass uns darauf vertrauen. Lass uns auf dich und deine Möglichkeiten vertrauen. Amen.

VATER UNSER

SCHLUSSLIED +33,6 Gott, dein guter Segen…
Gott, dein guter Segen ist wie ein weiches Nest. Danke Gott, weil du mich heute leben lässt. Guter Gott, ich danke dir, Deinen Segen schenkst du mir, und ich kann in deinem Segen leben und ihn weitergeben. Du bleibst bei uns alle Zeit, segnest uns, segnest uns, denn der Weg ist weit, segnest uns, segnest uns, denn der Weg ist weit.

SEGEN
So segne und behüte uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.