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"Andacht für Zuhause“
für den 5. April 2020, Homberg/Efze

ERÖFFNUNG
Zur Ruhe kommen, vielleicht eine Kerze anzünden, ein Musikstück hören, einen Liedvers summen oder singen.

GEBET zum Anfang
Gott, hier bin ich. Du bist bei mir. So feiere ich im Vertrauen auf Dich diese Andacht. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. A M E N.

BITTRUF
In diesen Tagen machen wir uns viele Sorgen:
Um den Sohn, der weit weg lebt und mit dem der Kontakt so schwierig ist.
Um die Freundin, die krank geworden ist.
Um die Mutter, die im Pflegeheim lebt und im Moment nicht besucht werden kann.
Um den Nachbarn, der um seine Arbeit bangt.
Um das Miteinander in unserem Land, in der Welt.
Wir beten: Christus, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Christus, erbarme dich! A M E N.

ZUSPRUCH
In diesen Tagen machen wir uns viele Sorgen.
Hören wir auf Worte, die uns guttun wollen. Gott fordert uns auf: „Siehe, ich habe dir geboten, dass Du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr ist mit dir in allem, was du tun wirst!“ (Josua 1,9)

IMPULS
Liebe Leserin, lieber Leser,
am vergangenen Wochenende wurden die Uhren umgestellt. Wir haben Sommerzeit. Unsere Uhren gehen jetzt wieder anders. Eine Stunde sind wir weiter. Morgens dunkler, dafür abends etwas länger hell…

Finden Sie auch?
Wie schön wäre es, wenn wir das in diesen Tagen, die von der Corona-Pandemie bestimmt sind, auch machen könnten. Einfach die Uhren anders gehen lassen und sie ein paar Tage und Wochen vorstellen, um damit alle Schwierigkeiten, alle Sorgen und Nöte, alle Angst und Ungewissheit der Gegenwart zu überspringen. Wie schön wäre das!

Aber das geht nicht. Die Uhren lassen sich nicht umstellen, sie schlagen nicht anders. Das wissen wir alle. Was im Blick auf die Sommerzeit funktioniert, geht im Blick auf die Corona-Pandemie nicht. Wir müssen die Zeit aushalten, wir können nichts überspringen. So ist weiter unsere Geduld gefragt. Ausdauer müssen wir an den Tag legen. Wir sind weiter unterwegs, halten uns zurück, können andere Menschen nicht treffen oder unserem gewohnten Alltag nachgehen. Das ist wahrhaftig nicht einfach!

Und ich persönlich glaube auch nicht, dass es Sinn macht, irgendwas zu überspringen in diesen Wochen, dann vielleicht zu früh den Alltagsmodus wieder einzuschalten oder zu zügig wieder das gewohnte Leben zu leben. Auch wenn das mancher jetzt schon fordert und Pläne haben möchte, die die Rückkehr in Richtung Normalität anzeigen.

Ich denke, dass das keinen Sinn macht, sondern wir jetzt diese Zeit aushalten müssen – für uns und für alle anderen. So schwer das ist. Ich denke aber, dass es auf lange Sicht noch schwerer wird, wenn wir den Weg des Abwartens abkürzen.

Vielleicht liegt auch eine Chance in diesen Tagen, um über unsere Art zu leben nachzudenken. Denn das wissen wir doch mittlerweile alle: so weiterzumachen wie bisher kann eigentlich nicht der weitere Weg in die Zukunft sein.

Erinnern wollte ich Sie an grandiose Worte aus der Bibel.

>Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.<

Der Apostel Paulus sagt das, uns überliefert im 2. Timotheusbrief, Kapitel 1,Vers 7. Paulus lädt uns besonders in diesen (Corona-) Zeiten der Angst und Unsicherheit, der Not und Ungewissheit ein, auf Gottes Gaben zu vertrauen: auf die Kraft, die uns unseren Weg weiter gehen lässt. Auf die Liebe, die uns am Leben hält und für andere Verantwortung übernehmen lässt. Auf die Besonnenheit, die uns geduldig und ruhig werden lässt.

Auch dann gehen die Uhren nicht anders. Die Corona-Zeit bleibt. Auch dann ist die Zeit nicht vorgestellt. Aber WIR werden anders in dieser Zeit und können unseren Weg weiter gehen, voll Vertrauen in Gott und seine Möglichkeiten.

Übrigens: am 5. April ist Palmsonntag. Eine Woche vor Ostern. Ostern kommt. Und wir feiern es auch in diesem Jahr! Ganz sicher und auch sicher ganz anders. Denn mit Ostern gehen die Uhren anders: Jesus ist auferstanden. Das Grab ist leer. Fürchte dich nicht! A M E N.

GEBET
Gott, ich will dir danken in dieser Stunde, dass ich zu essen und zu trinken habe, dass ich im Frieden lebe. Ich will dir danken, dass es Menschen gibt, die mich freundlich begleiten und verstehen. Ich will dir danken für alles Glück, das ich erlebe – auch in diese Zeiten. Ich will dir danken für alle die, die ihre Kraft für die Versorgung der Menschen in dieser Zeit einsetzen.

Zugleich bitte ich Dich:
Sei bei denen, die erkrankt sind. Schenke Zuversicht.
Sei bei denen, die in Quarantäne leben müssen. Schenke Geduld.
Sei bei denen, die helfen. Schenke Kraft und bewahre sie.
Sei bei denen, die Sterben. Schenke Ihnen Frieden in Dir.
Sei bei denen, die Abschied nehmen müssen. Umhülle sie mit dem Mantel deines Trostes und der Liebe ihrer Mitmenschen.
Sei bei denen, die Entscheidungen treffen müssen. Segne sie mit dem Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit.
Sei bei denen, die ängstlich und mutlos sind. Schenke Zuversicht.
In diesen schwierigen Zeiten wollen wir aber auch an die Menschen denken, die unter den Kriegen der Welt zu leiden haben, die als Flüchtlinge unterwegs sind, die mit dem Leben Mühe haben. Gott, sei ihnen und uns nah. A M E N.

VATER UNSER
Allein - und doch verbunden durch den Glauben bete ich:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. A M E N.

SEGEN
So schenk nun deinen Segen / und führe uns ganz sacht, / begleit uns auf den Wegen, / die du für uns erdacht. / Und jeder Mensch, ob groß, ob klein - / so wie du ihn erschaffen - / soll anderen Segen sein.

So segne und behüte uns alle unser Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. A M E N.

(Pfarrer Friedrich Heidelbach
Bindeweg 24
34576 Homberg
Tel.: 05681-2336
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Homepage: www.ev-kirche-homberg.de )