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Diese Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach, Homberg

Andacht für Zuhause

EINSTIMMUNG
Zur Ruhe kommen, vielleicht eine Kerze anzünden, ein Musikstück hören, einen Liedvers summen oder singen.

GEBET zu Beginn
Gott im Himmel und hier auf der Erde, wir feiern diese Andacht in Deinem Namen. Wir wollen auf dein Wort hören, voll Vertrauen und Zuversicht. Stärke uns, wenn wir mutlos sind. Lass uns dankbar sein, wenn unser Leben gelingt. Begegne uns in dem, was uns beschäftigt. Das bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.

LESUNG 1.Könige 17,1ff
Der Prophet Elia aus Tischbe in Gilead sagte eines Tages zu König Ahab: »Ich schwöre bei dem HERRN, dem Gott Israels, dem ich diene: Es wird in den nächsten Jahren weder Regen noch Tau geben, bis ich es sage!«
Danach befahl der HERR Elia: »Du musst fort von hier! Geh nach Osten, überquere den Jordan und versteck dich am Bach Krit! Ich habe den Raben befohlen, dich dort mit Nahrung zu versorgen, und trinken kannst du aus dem Bach.« Elia gehorchte dem HERRN und versteckte sich am Bach Krit, der von Osten her in den Jordan fließt. Morgens und abends brachten die Raben ihm Brot und Fleisch, und seinen Durst stillte er am Bach.
Nach einiger Zeit vertrocknete der Bach, denn es hatte schon lange nicht mehr geregnet. Da sagte der HERR zu Elia: »Geh nach Phönizien in die Stadt Zarpat und bleib dort! Ich habe einer Witwe den Auftrag gegeben, dich zu versorgen.« Sogleich machte Elia sich auf den Weg. Am Stadtrand von Zarpat traf er eine Witwe, die gerade Holz sammelte. Er bat sie um einen Becher Wasser. Als sie davoneilte und das Wasser holen wollte, rief er ihr nach: »Bring mir bitte auch ein Stück Brot mit!« Da blieb die Frau stehen und sagte: »Ich habe keinen Krümel Brot mehr, sondern nur noch eine Handvoll Mehl im Topf und ein paar Tropfen Öl im Krug. Das schwöre ich bei dem HERRN, deinem Gott. Gerade habe ich einige Holzscheite gesammelt. Ich will nun nach Hause gehen und die letzte Mahlzeit für mich und meinen Sohn zubereiten. Danach werden wir wohl verhungern.« Elia tröstete sie: »Fürchte dich nicht! So weit wird es nicht kommen! Geh nur und tu, was du dir vorgenommen hast! Aber back zuerst für mich ein kleines Fladenbrot und bring es mir heraus! Nachher kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten. Denn der HERR, der Gott Israels, verspricht dir: Das Mehl in deinem Topf soll nicht ausgehen und das Öl in deinem Krug nicht weniger werden, bis ich, der HERR, es wieder regnen lasse.« Die Frau ging nach Hause und tat, was Elia ihr gesagt hatte, und tatsächlich hatten Elia, die Frau und ihr Sohn Tag für Tag genug zu essen. Mehl und Öl gingen nicht aus, genau wie der HERR es durch Elia angekündigt hatte.

IMPULS zu 1. Könige 17,1ff
Liebe Leserin, lieber Leser,
was ist Vertrauen? Was heißt es? Was macht Vertrauen aus? Eine kurze Geschichte hilft vielleicht bei der Antwort!

„In einer Stadt führte ein Seiltänzer in schwindelnder Höhe seine Kunststücke vor. Zum Schluss kam die Hauptattraktion: Er schiebt eine Schubkarre über das schwankende Seil. Als er sicher auf der anderen Seite angekommen ist, fragt er die Zuschauer, ob sie es ihm zutrauen, die Karre auch wieder zurückzuschieben. Die Menge klatscht johlend begeistert Beifall. Er fragt aber noch ein zweites Mal, und wieder erhält er zustimmenden Beifall.
Dann fragt er einen Einzelnen, der unten am Mast steht: „Sie, trauen Sie es mir auch zu, dass ich die Karre wieder zurückschiebe?“ – „Aber sicher!“, ruft dieser zurück und klatscht.
„Dann“, sagt der Akrobat, „dann kommen Sie doch herauf und steigen ein, dann schiebe ich Sie hinüber!“ – Nein, das wollte er dann doch nicht. So hatte er es nicht gemeint mit dem vertrauen, er wollte doch lieber Zuschauer bleiben.“


Was ist Vertrauen? Was heißt es? Was macht Vertrauen aus? Sich ganz verlassen. Ohne Wenn und Aber. Volles Risiko. Ohne Fangnetz, ohne Absicherung. Gar nicht so einfach, finde ich!

Der Bibeltext, der für diesen Sonntag zum Predigen aufgegeben ist, erzählt vom Propheten Elia. Und vom Vertrauen und seinen Herausforderungen. Einen Teil seiner Geschichte haben Sie eben gelesen. Ganz unvermittelt wird von Elia erzählt. Voll Vertrauen muss er vor den König Ahab treten und ihm das Gericht seines Gottes ansagen, eine Dürrekatastrophe. Da braucht es schon Mut – und Vertrauen!
Das betrifft ihn selbst auch – auch sein Leben ist bedroht. Gott schickt ihn an den Bach Krit – dort ist erstmal Wasser, Raben versorgen ihn. Sich darauf einzulassen, braucht Mut!
Aber nicht lange geht das gut! Denn auch der Bach vertrocknet, da kein Regen kommt.
Wieder muss Elia weiterziehen – Gott schickt ihn zu einer Witwe und sein Vertrauen wird erneut herausgefordert. Von der wirklich armen und vom Tode bedrohten Frau und ihrem Sohn fordert er, dass er sie versorgt – weil Gott alle drei versorgen wird, so hat er es versprochen. Und es kommt, wie Gott angekündigt hat. Der Mehlkrug und die Ölkanne versiegen nicht. Jeden Tag ist für alle drei genug zu essen da. Elia verlässt sich auf Gott – und wird nicht enttäuscht.
Seine Geschichte geht noch weiter. Manches muss er noch im Auftrag Gottes tun, sein Vertrauen wird herausgefordert, mehr als man meint, zu schaffen… Lesens Sie es nach im 1. Buch der Könige, ab Kapitel 17. Echt Spannend!

Was ist Vertrauen? Was heißt es? Was macht Vertrauen aus? Sich ganz verlassen. Ohne Wenn und Aber. Volles Risiko. Ohne Fangnetz, ohne Absicherung. - Gar nicht so einfach, finde ich!

Wie ist das mit uns und unserem Vertrauen in Gott? Wie erleben wir in den „Wüstenzeiten unseres Lebens“ die Nähe Gottes? Dann, wenn das bisher Verlässliche zusammenfällt… Dann, wenn Gewohntes und Liebgewordenes nicht mehr möglich ist? Dann, wenn sich Umstände ergeben, die alles durcheinanderbringen? Dann, wenn Trauer, Krankheit und Unglück unser Leben bestimmen? Versagen oder Schuld uns bestimmen?
Können wir uns dann auch ganz verlassen – auf Gott. Ohne Wenn und Aber. Volles Risiko. Ohne Fangnetz und ohne Absicherung?
Elias Vertrauen und auch das der Witwe werden herausgefordert – und belohnt! Elia geht seine Wege, sucht die Orte auf, die Gott ihm zeigt, spricht die Worte, dir er ihm aufträgt. Die Witwe gehorcht Elia trotz der Zumutungen, die in den Worten liegt. In der Not mit anderen teilen – wie kann man das verlangen? Sie ahnt wohl, dass durch ihn Gott spricht.
Und vom Ende her sehen wir: Es geht gut aus. Gott steht zu seinem Wort. Er versorgt und hilft, wie es nötig ist. Wunder werden möglich. Das ist nicht zu erklären. Da ist nur das Vertrauen. „Fürchte dich nicht! Geh hin und mach es!“ So gibt Elia Gottes Wort weiter – und es wird gut…

Liebe Leserin, lieber Leser,
und wir heute? Wie kommen wir in dieser Geschichte vor, die uns fragt, worauf wir uns in Schwierigkeiten verlassen? Wo liegt unsere Sicherheit?

Uns wird wie Elia und der Witwe zugemutet, wir werden herausgefordert und eingeladen, Gott zu vertrauen in ALLEN Lebenssituationen. Wir können uns darin stärken lassen von den Bekenntnissen und Geschichten der Bibel. Immer wieder können wir es lesen: „Fürchte dich nicht! Geh hin und mach es!“

Wir können uns erinnern an die Väter und Mütter des Glaubens, die von diesem Dabeisein Gottes berichten. Gott schenkt Hilfe und Widerstandskraft denen, die auf ihn vertrauen. „Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen!“, bekennt Dietrich Bonhoeffer im Jahr 1943.

Gott schenkt Hilfe! Er sorgt und versorgt. Er geht mit und ist da. Elia und viele nach ihm haben das bis heute erfahren! In anderen Menschen. In Kraft, die mir unvermittelt zuwächst. In Worten, die mich ermutigen. In Wundern, die geschehen. In Gesten, Wohltaten und Gebeten. So schenkt Gott Hilfe! So kann er versorgen. So geht er mit und ist da. So und noch ganz anders!

Und wenn ich das nicht erfahre? Was, wenn das Vertrauen nicht belohnt wird und ich Gott nicht als den wahrnehme, der begleitet? --- Dann bleibt vielleicht nichts anderes, als mich von Gott abzuwenden.

Oder ich bleibe weiter dran an Gott und seinen Versprechen, weil Gott Möglichkeiten hat, die wir selbst oft nicht sehen können! Ich bleibe dran am Vertrauen, weil Gott doch treu ist und viele von uns das erlebt haben. --- Ja, aber das ist oft echt schwer, wahrhaftig!!!
Aber es hat die große Verheißung des Lebens in Ewigkeit. Das kann ich gut hören. Heute und hier! Amen.

VATER UNSER

SEGEN
Es segne und behüte uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.