Diese Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach, Homberg
Andacht für Zuhause, Januar 2026
ERÖFFNUNG
Jesus Christus, gestern, heut und derselbe auch in Ewigkeit – so segne Gott diese Andacht. Amen.
GEBET
Gott, wir zählen ein neues Jahr. In deinen Händen steht unsere Zeit: Gelegenheit zur Liebe und zur Menschenfreundlichkeit. Zeit, Aufgaben zu erfüllen, Gutes zu tun, einander zu begegnen. Immer aber auch Herausforderung und Gefahr, unsere Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen. Wir rechnen mit Dir und bitte um Dein Dabeisein. Wir vertrauen auf Jesus, das Kind in der Krippe, unseren Bruder und Freund. Amen.
IMPULS
Noch stehen wir am Anfang eines Jahres! Ich hoffe, Sie hatten schöne Feiertage und einen wohltuenden Silvesterabend. Das wäre schön…
Noch stehen wir am Anfang eines Jahres!
Haben Sie sich etwas vorgenommen? Haben Sie sich vorgenommen, Ihr Leben zu verändern? Etwas anders, neu zu machen? -:::-
Dinge neu machen, sie verändern, sich verändern…
Im Blick auf das Leben auf unserer Erde wäre es ja bitter nötig, dass sich manches verändert und neu wird, oder?
+ Wir wünschen uns neue, veränderte Nachrichten aus der Ukraine und Russland. Wir wünschen uns, dass die Verantwortlichen dort und die in der Welt daran Beteiligten wirklich Frieden wollen, der Raum lässt, Leben ermöglicht und nicht ein Diktatfrieden ist.
+ Wir hoffen auf neue, veränderte Nachrichten aus dem Nahen Osten und all den anderen Kriegsgebieten in unserer Welt.
+ Wir wünschen uns neue Nachrichten im Blick auf das Weltklima. Nicht nur „Höher, Größer, Weiter“, sondern neue, veränderte Antworten auf die Fragen, wie wir unsere Welt erhalten können für die
Generationen nach uns… Vielleicht ist doch weniger mehr?
+ Mancher von uns, der sich nach einem neuen, veränderten Leben sehnt. Weil man selbst oder ein Mensch, der einem nahesteht, krank, traurig ist und sich Sorgen macht. Oder man erlebt Streit und Uneinigkeit und hätte das so gerne neu, anders.
Am Anfang eines Jahres. Wie schön wäre es, wenn man wie bei einer Schultafel Altes wegwischt, wir auch unsere Probleme und Fragen wegwischen könnten und Neues möglich wäre. Das wäre was. Aber so einfach geht es ja nicht, das wissen wir alle…
Das Schwere, das Sorgenvolle, das Mühsame wird weiter Teil unseres Lebens bleiben. Es wird weiter Thema sein, auch in 2026. Die großen Fragen im Blick auf unsere Welt werden uns weiter beschäftigen, der Wunsch nach Frieden weiter ein Thema bleiben. Vermutlich war es nie anderes. Leider…
Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Damit gibt es auch eine neue, biblische Jahreslosung. Sie lautet: „Siehe ich mache alles neu!“
Es sind Worte aus dem vorletzten Kapitel des letzten Buches der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Im biblischen Zusammenhang wird klar, dass diese Worte aus dem Himmel gesprochen werden, Gott selbst sagt das.
Das Buch der Offenbarung – ein Trostbuch, entstanden in einer Zeit, in der die Christinnen und Christen es nicht leicht hatten. Das Christentum war noch keine Staatsreligion, sondern die ChristInnen waren eine Minderheit, aus Sicht der anderen eine Sekte, verfolgt und unterdrückt, benachteiligt und klein gehalten. Keine einfache Zeit.
Und das Ziel der Worte der Offenbarung des Johannes: sie wollen trösten, Mut machen, Hoffnung geben, Perspektive zeigen – auch und trotz der schwierigen Zeit, in der sie gesprochen worden.
„Siehe ich mache alles neu!“ sagt Gott.
„Siehe, ich mache alles neu…!“ Wie das damals vor knapp 2000 Jahren die Adressaten gehört haben?
„Siehe, ich mache alles neu…!“ Wie hören wir heute diese Worte?
Das Verständnis dieser Worte hängt damals wie heute daran, wie wir zu diesem Gott stehen und was wir ihm zutrauen. Wenn wir darauf vertrauen, wenn wir glauben können, dass Gott Möglichkeiten hat, Dinge zu verändern, neu zu machen und zu schaffen, dann können diese Worte unser Herz erreichen und uns Mut und Hoffnung machen. Dann können diese Worte „Siehe, ich mache alles neu!“ für uns zur Wahrheit werden.
Schauen wir auf diese Worte anders, werden sie es schwer haben, uns zu erreichen…
„Siehe ich mache alles neu!“ Diese Zusage Gottes ist aber sicher nicht wie ein Automat, bei dem ich meine Vorstellungen eingebe und die dann erfüllt werden – sondern sie beinhaltet doch eher auch das, was Jesus im Garten Gethsemane betet: „Nicht mein Wille, sondern Dein Will geschehe!“
Gott macht neu - das verspricht er. Er sagt diese Worte. Er wird und will handeln – vielleicht aber ganz anders, als wir uns das vorstellen. Das gilt es auszuhalten. Dann trotzdem zu glauben, wenn es anders kommt und nicht alles neu wird. Ja, das ist richtig schwer!
Was können wir tun?
Glauben. Hoffen. Beten. Anderen Beistehen auf ihrem Weg. Uns stark machen für die, die keine Stimme in unserer Gesellschaft haben. Ihnen nah sein. Uns einsetzen für die Bewahrung der Schöpfung, für Frieden und Gerechtigkeit. Jeder für sich und als Gemeinde.
„Siehe ich mache alles neu!“
Haben Sie sich was fürs neue Jahr vorgenommen?
Vielleicht kann es ja auch das sein: Beten dafür, dass Gott alles neu macht – und darauf vertrauen, dass Gott zu seinem Wort steht.
„Siehe ich mache alles neu!“ Bei Gott ist Veränderung möglich. Das verspricht er in seinem Wort. Auch wenn es gar nicht so aussieht. Amen.
FÜRBITTENGEBET
Gott, in deinen Händen liegt unsere Zeit. Aus deinen Händen nehmen wir das vor uns liegende Jahr. Hilf uns, frei zu werden von allen Ängsten und Befürchtungen, hilf uns, getrost und unverzagt in die Zukunft zu blicken, zeige uns, wo wir gebraucht werden, und schenke uns Mut zu handeln, wo es nötig ist. Stärke uns in unserem Zweifel.
Lass uns ohne Zaudern die Herausforderungen annehmen, die auf uns warten. Und gib uns Gelassenheit du Geborgenheit, wo wir nichts ausrichten können.
Den Menschen in Leitungspositionen in Wirtschaft und Politik zeige,wo ihr Handeln gefordert ist zum Wohl der ihnen anvertrauten Menschen. Hilf ihnen auch unliebsame Entscheidungen zu treffen, die aber der Zukunft unserer Gesellschaft dienen.
Sei bei den Menschen in aller Welt, die von Krieg und Streit betroffen sind, die unte Gewalt zu leiden haben. Schenke Frieden.
Sei bei denen, die auf der Flucht sind. Lass sie Heimat finden, in der sie eine Zukunft haben.
Herr, unser Gott, wir bitten Dich für unsere Kirche. Lass sie im neuen Jahr auch ein Ort sein, an dem Menschen aller Generationen Dir begegnen, Dich erleben und feiern.
Wir bitten Dich für unsere Gemeinde hier vor Ort. Segne alle, die in ihr ehren- und hauptamtlich tätig sind. Glaube lebt in Gemeinschaft. Danke, wo sie uns als Einzelne trägt.
Gott, in deinen Händen liegt unsere Zeit. Aus deinen Händen nehmen wir das vor uns liegende Jahr. Amen.
VATER UNSER
SEGEN
Gott segne meinen Weg. Amen.
