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GEBET für den Frieden

LIED 430,1+2 Gib Frieden Herr, gib Frieden…
1. Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf. Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt. Wir rufen: Herr, wie lange? Hilf uns, die friedlos sind.
2. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr. Es wird so viel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr. Die Horizonte grollen, der Glaube spinnt sich ein. Hilf, wenn wir weichen wollen, und lass uns nicht allein.

KLAGE
Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein! Nicht gestern, nicht heute, nicht morgen.
Und doch ist Wirklichkeit geworden, was wir uns alle nicht haben vorstellen können. Es herrscht Krieg in Europa. Recht und Gerechtigkeit werden gebeugt und wir sind voller Sorge und Angst, was auf die Menschen in der Ukraine und in Russland, was auf uns und auf die Welt zukommt.
Wir sind fassungslos. Worte fehlen. Unsere Kraft ist zu klein. Wir fühlen uns hilflos.
Wir wollen im Gebet an die Menschen denken, die in all dies Schreckliche verwickelt sind und daran mitwirken.
Wir hoffen und beten, dass noch Vernunft einkehren möge, ein Stopp der Angriffe erfolgt, eine Umkehr zum Frieden. In Europa und in der weiten Welt.

GEBET
Gott, wohin sollen wir uns wenden, hilflos angesichts des Krieges in der Ukraine?
Wir sorgen uns um die Menschen, die den Angriffen ausgeliefert sind und Frieden wollen.
Wir sorgen uns um Europa und fürchten die Eskalation der Gewalt.
Wir sorgen uns um die Menschen in den Kriegs- und Krisengebiete in unserer Welt!
Wir wenden uns an dich, Gott, und bitten, dass Feindschaft überwunden wird.
Lass uns menschenverachtenden Parolen widerstehen.
Mach uns immun gegen das Gift von Hass, Falschmeldungen, Polarisierungen und Abgrenzungen.
Erfülle uns mit dem Geist des Friedens.
Wir sagen dir nun in der Stille, was wir auf dem Herzen haben.

STILLE

ZUSPRUCH
Jesus sagt:
>Glückselig sind die, die Frieden stiften.
Denn sie werden Kinder Gottes heißen!<
So sind wir auf dem Weg und vertrauen, das Gottes Liebe größer ist als der Hass von uns Menschen.

LIED 430,3+4 Gib Frieden Herr, gib Frieden…
3. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt. Du hast für uns gelitten, hast unsern Streit erwählt, damit wir leben könnten,
in Ängsten und doch frei, und jedem Freude gönnten, wie feind er uns auch sei.
4. Gib Frieden, Herr, gib Frieden: Denn trotzig und verzagt hat sich das Herz geschieden von dem, was Liebe sagt! Gib Mut zum Händereichen, zur Rede, die nicht lügt, und mach aus uns ein Zeichen dafür, dass Friede siegt.

SEGEN
So segne uns und unsere Welt, Gott, Vater Sohn und Heiliger Geist. Amen.



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Die Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach, Homberg

Andacht für Zuhause, August 2022

EINSTIMMUNG
Gott segne diese Andacht. Amen.


GEBET
Vater im Himmel, nun nehme ich mir Zeit für Dich. Unterschiedliches bewegt mich. Das sage ich Dir in der Stille…
STILLE
Begegne mir in dem, was mich beschäftigt. Darum bitte ich Dich im Namen Jesu. Amen.


GEDANKEN zu Matthäus 25,14ff
Liebe Leserin, lieber Leser,
manche Texte aus der Bibel sind eine Herausforderung. Manchmal ein Ärgernis. Passen nicht so einfach in das, was wir sonst theologisch sagen und wir miteinander glauben.
Manchmal sind sie vielleicht ein Ärgernis – zugleich aber auch eine Chance, eine Einladung, neu darüber nachzudenken, anderes zu entdecken, offen zu sein.

Die Bibel erzählt von Jesus, der das erzählt:
»Es wird dann so sein wie bei einem Mann, der vorhatte, ins Ausland zu reisen. Er rief alle seine Verwalter zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an. Sie sollten während seiner Abwesenheit gut damit wirtschaften. Dem einen gab er fünf Zentner Silberstücke, einem anderen zwei und dem dritten einen Zentner, jedem nach seinen Fähigkeiten. Danach reiste er ab. Der Mann mit den fünf Zentnern Silberstücke machte sich sofort daran, mit dem Geld Geschäfte zu treiben, und konnte so die Summe verdoppeln. Auch der die zwei Zentner bekommen hatte, verdiente zwei hinzu. Der dritte aber vergrub den Zentner, den sein Herr ihm anvertraut hatte, an einem sicheren Ort.

Nach langer Zeit kehrte der Herr von seiner Reise zurück und forderte seine Diener auf, mit ihm abzurechnen. Der Mann, der fünf Zentner Silberstücke erhalten hatte, trat vor und übergab ihm zehn Zentner. Er sagte: ›Herr, fünf Zentner hast du mir gegeben. Hier, ich habe fünf dazuverdient.‹ Da lobte ihn sein Herr: ›Gut so, du bist ein tüchtiger und zuverlässiger Verwalter. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir Großes anvertrauen. Komm zu meinem Fest und freu dich mit mir!‹ Danach kam der Mann mit den zwei Zentnern. Er berichtete: ›Herr, ich habe den Betrag, den du mir gegeben hast, verdoppeln können.‹ Da lobte ihn der Herr: ›Gut gemacht, du bist ein tüchtiger und zuverlässiger Verwalter. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir Großes anvertrauen. Komm zu meinem Fest und freu dich mit mir!‹
Schließlich kam der Diener, dem der Herr einen Zentner Silberstücke gegeben hatte, und erklärte: ›Ich kenne dich als strengen Herrn und dachte: Du erntest, was andere gesät haben; du nimmst dir, wofür du nichts getan hast. Aus Angst habe ich dein Geld sicher aufbewahrt. Hier hast du es wieder zurück!‹ Zornig antwortete ihm darauf sein Herr: ›Was bist du nur für ein böser und fauler Verwalter! Wenn du schon der Meinung bist, dass ich ernte, was andere gesät haben, und mir nehme, wofür ich nichts getan habe, hättest du mein Geld wenigstens bei einer Bank anlegen können! Dann hätte ich immerhin noch Zinsen dafür bekommen! Nehmt ihm das Geld weg und gebt es dem, der die zehn Zentner hat! Denn wer viel hat, der bekommt noch mehr dazu, ja, er wird mehr als genug haben! Wer aber nichts hat, dem wird selbst noch das Wenige, das er hat, genommen. Und jetzt werft diesen Nichtsnutz hinaus in die tiefste Finsternis, wo es nur noch Heulen und ohnmächtiges Jammern gibt!‹«

Soweit die Worte, die uns von Jesus überliefert sind.

Was ist das erste Ärgernis?
Das, was hier erzählt wird, höre ich auch von meiner Hausbank. Investieren, was wagen, mutig sein – im Blick auf unser Geld. „Wer wagt, gewinnt! Wer nicht wagt, verliert!“ – Immer mehr, größer, weiter… Wohin das führen kann, erahnen wir in dieser Zeit. Gerade im Blick auf Geld, Vermögen, Reichtum hören wir sonst anderes von Jesus: Teilen, großzügig sein, vom Herzen her geben, nicht vom Kopf...

Nun würden wir diesen Worte Jesu sicher unrecht tun, wenn wir sie als Anweisung verstehen, unser Geld zu vermehren. Ich glaube, es geht um anderes: um Gaben, Talente, Möglichkeiten, die uns von Gott geschenkt sind. Und dann weitet sich der Blick:
+ Auf Gott: er schenkt allen seinen Menschen Gaben. Keiner geht lehr aus. Nicht alle bekommen die gleiche Anzahl von Gaben und Möglichkeiten, aber jeder bekommt welche. So ist Gott. So schenkt er. So freigiebig ist er.
Und alles Elend liegt doch letztlich im Vergleichen: statt dankbar zu sein für das, was wir an Möglichkeiten haben, schauen wir auf das, was andere haben, machen und tun – auch in der Gemeinde. Und das führt oft zu Missstimmungen, denke ich.
+ Es weitet sich der Blick auch auf uns als Kirchengemeinde: Welche Gaben, Fähigkeiten, Möglichkeiten haben wir denn bekommen?
Als Kirchengemeinde können wir sagen: Wir haben viele Menschen, die uns zugewandt sind – Sie, z.B. Wir haben Mitarbeitende, die sich einbringen mit ihren Gaben: musikalisch, im Besuchsdienstkreis, in der Übernahme von Verantwortung bei Gruppen, indem sie Kuchenbacken zu Gemeindefesten oder einfach da sind, beten, ihr Gottvertrauen authentisch Leben uns bekennen. Wir haben schöne, große Räume, die wir mit Leben füllen können. Wir haben Menschen, die uns finanziell unterstützen. Viele Gaben haben wir von Gott bekommen. Danke dafür!
+ Es weitet sich der Blick auf uns Menschen: Welche Fähigkeiten und Gaben haben wir, die wir anderen zur Verfügung stellen können? Zeit? Geld? Geduld? Lebensfreude? Hoffnung? Die Gabe, Streit zu schlichten? Was können wir mit anderen teilen? Was können wir einbringen? Was können wir andere geben? Das fragt uns der Text! Da können wir uns auf die Suche machen…
Und wenn Ihnen nichts einfällt, fragen Sie einen Menschen aus ihrem Umfeld, was er an Ihnen schätzt. Und das wird auch für andere gut sein, ganz sicher.

Und ein zweites Ärgernis nehme ich wahr: das Ende des Gleichnisses. Viel Ernst liegt darin. Von Zorn ist die Rede. Von vertanen Chancen. Von „tiefer Finsternis“… Von einem zu spät! Schwer zu hören. Schwer auszuhalten, oder?
Ein Hinweis darauf, dass es auch ein „zu spät“ gibt? Das man manchmal eben nichts mehr ändern kann, weil die Zeit weiter fortgeschritten ist. Das kennen wir aus vielen anderen Lebenssituationen. Im Miteinander in der Familie. Im Beruf. In der Schule. Manches lässt sich nicht mehr einholen… Dann ist es zu spät.
Auch im Glauben? Im Vertrauen auf Gott ein „zu spät“? -:::- Ganz bestimmt.
Und doch überwiegt das andere und davon bin ich fest überzeugt: Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes. Nichts geht weiter als seine Liebe. Sie umfängt uns im Gelingen und Misslingen, in Stärke und Schwäche, am Anfang des Lebens und am Ende – und bis in alle Ewigkeit.
So bezeugt die Bibel Gott. Als den, der einen langen Atem hat mit seinem Volk.
So bezeugt die Bibel Jesus. Als den, der barmherzig ist, der Petrus aus den Wellen rettet, der das Verlorene sucht, der hilft und heilt und zum Gottvertrauen einlädt.

Der Herr, der uns mit Gaben und Talenten ausrüstet und uns seine Sachen anvertraut, ist der Herr, der uns in Liebe begegnet.
Ja, manchmal sind biblische Texte eine Herausforderung – und das ist gut so. Sie weiten den Blick, bringen uns auf andere, vielleicht ungewohnte Gedanken. Das soll uns zum Glauben helfen. Amen.


FÜRBITTGEBET
Guter Gott, wir brauchen dich, Gott.
Du, Gott, hast eine jede und einen jeden von uns begabt, hast uns mit Fähigkeiten ausgestattet und uns Verantwortung gegeben. Lass uns unsere Gaben immer wieder neu entdecken, sie nutzen für unser Leben und für das Leben auf der Welt. Du hast uns versprochen: Im Gelingen und im Scheitern bist du da. Wenn wir fallen, hilf du uns wieder auf die Füße! Zeige uns den Platz, an dem du uns haben willst.

Sei bei all den Menschen, die mit dem Leben Mühe haben. Sei bei denen, die an das Ende ihres Lebens kommen, bei denen, die keinen Sinn sehen in dem, was sie tun müssen. Sei bei denen, die in den Kriegsgebieten unserer Welt leben. Sei bei denen, die flüchten. Sei Du ihnen nah und lass uns nicht so leben, als ginge uns das nichts an.

VATER UNSER

SEGEN
So segne und behüte uns Gott. Amen.