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(Die Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach, Homberg)

Andacht für Zuhause 11. April 2021

ERÖFFNUNG
Zur Ruhe kommen, vielleicht eine Kerze anzünden, ein Musikstück hören, einen Liedvers summen oder singen.

VOTUM
Der Friede Gottes sei mit uns! Amen.

GEBET zu Beginn
Jesus Christus, so oft gehst du mir unter. In meinem Alltag. In den Belastungen, Sorgen, Enttäuschungen. In der Arbeitsmühle. Zwischen den vielen Terminen oder in der Ödnis von Langeweile und Sinnlosigkeit. Manchmal auch in meinen Freuden und in meiner Begeisterung.
Christus, ich möchte dich glauben, dich spüren, dich erkennen! Mitten in meinem Alltag lass mich Ostern erleben. Verbirg dich nicht! Und lass mich wach sein für dich! Das bitte ich Dich. Amen.

MUSIK/Lied EG 99 Christ ist erstanden…
Christ ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein; Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen. Seit dass er erstanden ist,so freut sich alles, was da ist. Kyrieleis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja. Des solln wir alle froh sein; Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

PSALM 116
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr tut dir Gutes.
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen.
Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?
Ich will den Kelch des Heils nehmen und des Herrn Namen anrufen.
Dir will ich Dank opfern und des Herrn Namen anrufen.
Ich will meine Gelübde dem Herrn erfüllen vor all seinem Volk
in den Vorhöfen am Hause des Herrn, in dir, Jerusalem. Halleluja!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war am Anfang, jetzt und immerdar.
Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

LESUNG Johannes 21,1-14
Später zeigte sich Jesus seinen Jüngern noch einmal am See Genezareth. Das geschah so:
Simon Petrus, Thomas, der Zwilling genannt wurde, Nathanael aus Kana in Galiläa, die beiden Söhne von Zebedäus und zwei andere Jünger waren dort zusammen. Simon Petrus sagte: »Ich gehe jetzt fischen!« »Wir kommen mit«, meinten die anderen. Sie gingen zum Ufer, stiegen ins Boot und fuhren los. Aber während der ganzen Nacht fingen sie keinen einzigen Fisch.
Im Morgengrauen stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger erkannten ihn nicht. Jesus rief ihnen zu: »Freunde, habt ihr nicht ein paar Fische zu essen?« »Nein«, antworteten sie. Da forderte er sie auf: »Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, dann werdet ihr einen guten Fang machen!« Sie folgten seinem Rat und fingen so viele Fische, dass sie das Netz nicht mehr einholen konnten. Jetzt sagte der Jünger, den Jesus sehr lieb hatte, zu Petrus: »Das ist der Herr!« Kaum hatte Simon Petrus das gehört, zog er sein Obergewand an, das er während der Arbeit abgelegt hatte, sprang ins Wasser und schwamm an das nahe Ufer.
Die anderen Jünger waren noch etwa hundert Meter vom Ufer entfernt. Sie folgten Petrus mit dem Boot und zogen das gefüllte Netz hinter sich her. Als sie aus dem Boot stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, auf dem Fische brieten. Auch Brot lag bereit.
Jesus bat die Jünger: »Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt!« Simon Petrus ging zum Boot und zog das Netz an Land. Es war gefüllt mit 153 großen Fischen. Und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. »Kommt her und esst!«, sagte Jesus. Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: »Wer bist du?« Aber sie alle wussten: Es ist der Herr. Jesus ging auf sie zu, nahm das Brot und verteilte es an sie, ebenso die Fische.
Dies war das dritte Mal, dass Jesus sich seinen Jüngern zeigte, nachdem er von den Toten auferstanden war.

MUSIK/LIED 111,1-3 Frühmorgens, da die Sonn aufgeht…
Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja.
Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, lässt du mir früh die Gnadensonn aufgehn: nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja.
Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt ins Todes Zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehr sein Siegesfähnlein schwingt. Halleluja.

IMPULS 
Liebe Leserin, lieber Leser,

Gleich eine Frage…
Vorher aber: Stellen Sie sich einmal vor, sie wären einer der Menschen, die vor gut 2000 Jahren gelebt haben und ganz dicht dran an Jesus gewesen sind. Also eine Jüngerin, ein Jünger.
Stellen Sie sich einmal vor, sie wären damals mit Jesus durch das Land gezogen, hätten ihn reden gehört, gesehen, wie er Menschen heilt und mit ihnen umgegangen ist, sie hätten am Abendmahl teilgenommen und wären Zeuge seiner Verurteilung und Kreuzigung gewesen.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären dabei gewesen, als die Frauen aufgeregt vom leeren Grab gesprochen hätten und Sie hätten erlebt, wie der auferstandene Jesus den Jüngerinnen und Jüngern begegnete.
Sie wären dabei gewesen, als Thomas seine Finger in die Wundmale legen konnte oder wären einer der Jünger gewesen, die mit Jesus nach Emmaus gegangen sind.
Stellen Sie sich einmal vor: Sie wären einer der Menschen, die vor gut 2000 Jahren gelebt haben und ganz dicht dran an Jesus gewesen sind.

Und nun die Frage: Was hätten Sie nach Ostern gemacht? In den Tagen danach?
Wie wären Sie mit dem Gehörten und der Erfahrung der Begegnung mit dem Auferstanden umgegangen? Welche Konsequenzen hätte das gehabt?
Schwer zu beantworten, oder?

Der Bibeltext, den Sie eben gelesen haben, erzählt, was einige der Jünger tun. Einige von denen, die ganz dicht dran waren an Jesus. Petrus, Thomas, Natanael, und noch zwei andere…
Was machen sie – nach Ostern? Nach dieser unglaublichen Botschaft? Nach den Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus?
Petrus macht das, was er kann: zusammen mit seinen Freunden geht er Fischen. Er macht das, was er gewohnt ist. Er geht zurück in seinen Alltag und wendet sich seiner Arbeit zu. Er wendet sich seinem normalen Leben wieder zu. Nach all dem Durcheinander der letzten Wochen tut es den Jüngern gut, sich wieder in die Arbeit zu stürzen. Als wäre nichts gewesen… Als wäre die letzten Monate und Tage ohne Konsequenzen. Als wäre nicht passiert.

Liebe Leserin, lieber Leser,
Ostern liegt nun knapp eine Woche hinter uns. Hat sich für uns etwas mit Ostern verändert? Hat die Botschaft von Ostern unser Leben an einen anderen Punkt gebracht? Sind alle Probleme gelöst? Haben sich alle Sorgen aufgelöst? Ist aller Streit geschlichtet und Frieden auf Erden eingezogen? Liegt die Corona-Pandemie mit ihren Herausforderungen hinter uns?
Vermutlich nicht! Vermutlich hat sich gar nichts geändert seit Ostern. Alltag ist wieder eingekehrt. Die Fragen und Sorgen bleiben die gleichen. Die Probleme sind noch da ebenso wie die Herausforderungen. Alltag eben.

Petrus und seinen Freunden geht es nicht anders. Alltag ist eingekehrt. Sie wenden sich der Arbeit zu. Sie machen das, was sie können, was ihr Leben bisher bestimmt hat. Alltag eben.
Und was geschieht dann?
Im Einerlei ihres Alltags begegnen sie dem Auferstandenen Jesus. Es dauert einen Moment, bis sie verstehen, was geschieht. Aber dann erreicht die Begegnung mit Jesus ihre Herzen und sie bekommen einen klaren Blick. Sie merken, dass der Mann mit den guten Tipps zum Fischen Jesus selbst ist. Sie verstehen: wir haben es mit in der Begegnung mit diesem scheinbar Unbekannten mit Gott selbst zu tun. Und der tut etwas, was sie kennen, was sie anspricht und anrührt, was ihnen guttut: er lädt sie ein, zu essen. Er gibt ihnen Fisch und Brot. Sie können sehen und schmecken, dass Jesus ihnen begegnet.

Diese Geschichte gefällt mir! Es ist gut und wichtig, dass sie aufgeschrieben ist! Denn sie holt Ostern in den Alltag! Ostern bleibt nicht eine Erfahrung, ein Gefühl für besondere Feiertage einmal im Jahr, sondern es hat was mit unserem Leben zu tun, mit dem Alltag, mit dem, was unser Leben ausmacht!
Und darum geht es doch: Ostern mit seiner Botschaft, dass Gott stärker ist als der Tod, will uns zum Leben helfen. Diese Botschaft will uns daran erinnern, dass Gott uns Menschen in Jesus Christus nah bleibt. Sie will uns trösten, wenn wir traurig sind. Sie will uns Mut machen, wenn wir Angst haben. Sie will uns Hoffnung geben, wenn wir nicht mehr weiterwissen.
Und sie will uns ermutigen, diese Hoffnung mit anderen zu teilen und denen zu helfen, die mit dem Leben Mühe haben.

Erinnern Sie sich an die Einstiegsfrage?
Was hätten Sie nach Ostern gemacht? In den Tagen danach? Wie wären Sie mit dem Gehörten und der Erfahrung der Begegnung mit dem Auferstanden umgegangen? Welche Konsequenzen hätte das gehabt?

Es ist bei uns vielleicht so wie bei den Jüngern! Alltag kehrt ein. Mit all seinen Herausforderungen und Schwerem. Hoffentlich aber auch mit guten und schönen Erfahrungen!
Alltag kehrt ein – wir haben aber die Botschaft, das Jesus auferstanden ist. Wir nehmen die Zusage Jesu mit: „Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt!“
So gehen wir unseren Weg weiter. Voll Vertrauen in Gott und seine Möglichkeiten. Voll Hoffnung auf Begegnungen im Glauben, auf Wunder, die uns zum Leben helfen. So, wie es die Jünger erfahren haben…
Tina Willms sagt es so:

Ostern: Wir dürfen Wunder erwarten.
Oft kommen sie behutsam und leise daher.
Als entdecke man einen ersten Krokus im Schnee.
Als stärke einem plötzlich jemand den Rücken.
Als habe man in der Zeitung von
Hoffnung gelesen.
Als halte der Tag ein Lächeln bereit.
Ostern: Wunder erwarten.
Ja, das dürfen wir. Gott gibt dem Leben recht.

Viele Ostererfahrungen, kleine und große Wunder, die zum Leben helfen, schenke uns unser Gott in unserem Alltag. Amen. 


MUSIK/Lied 115 Jesus lebt, mit ihm auch ich…

Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein, bösen Lüsten widerstreben. Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: »Herr, Herr, meine Zuversicht!«


FÜRBITTGEBET

Gott, es tut uns gut zu hören, dass du stärker bist als der Tod. Wir bitten dich, mach uns stark im Glauben an deine Zusage, wenn wir umfangen sind vom Tod mitten im Leben, wenn unsere Zweifel die Hoffnung zu ersticken drohen, wenn wir keinen Ausweg sehen.
Gott,  es tut uns gut zu hören, dass du vom Tod ins Leben führst. Wir bitten dich, lass uns für andere Wegweiser zum Leben sein, wo Versöhnung nicht möglich scheint, wo verhärtete Fronten zu Sprachlosigkeit führen, wo das Streben nach Profit blind macht. Lass uns verbinden statt zu trennen.
Gott, es tut uns gut zu hören, dass dein Sohn von den Toten auferstanden ist. Wir bitten dich, lass uns von Ostern erzählen, denen, die von ihrer Trauer überwältigt werden, denen ihre Einsamkeit zur Sackgasse wird, denen, die keine Perspektive sehen.
Gott, es tut uns gut zu hören, dass Du die Welt in deunben Händen hälst. Wir bitten Dich besonders für alle die, denen die Corona-Pandemie besonders zusetzt. Schenke Lösungen. Uns alle segne mit Geduld und Phantasie.
Wir bitten dich für die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten unserer Welt. Schenke Lösungen, die dem Leben dienen.
Gott, du bist der Weg, die Auferstehung und das Leben. Lass uns darauf vertrauen. Amen.

VATER UNSER

SEGEN
So segne uns Gott, der Allmächtige, Vater Sohn und Heiliger Geist! Amen.