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Die Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach, Homberg

Andacht für Zuhause 1. Advent

ERÖFFNUNG
Gott segne diese Andacht. Amen.

LIED EG 1,1 Macht hoch die Tür…
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

IMPULS
Zu was wollen wir unsere Adventszeit nutzen? Was soll sie ausmachen? Wie wollen wir sie gestalten?
Freuen Sie sich, wenn Sie Post im Briefkasten habe? Also keine Postwurfsendung oder Werbung, sondern einen echten Brief, vielleicht sogar handgeschrieben… Von Menschen, die Sie mögen, die zu Ihnen gehören, die FreundInnen sind. Jetzt ist ja so eine Zeit, wo man so was bekommen kann. Und dann stehen da Grüße und gute Wünsche für Weihnachten und das neue Jahr, für ein gutes Miteinander, für Gesundheit und Wohlbefinden.

Der Bibeltext heute ist auch ein Brief – aber Wohlbefinden löst er erstmal nicht aus. Vielleicht macht er eher wütend, ärgerlich, zornig. Vielleicht will man das gar nicht hören, jetzt in dieser Zeit, wo sowieso schon alles so schwierig ist…? Offenbarung, Kapitel 3:
14 »Schreib an den Engel der Gemeinde in Laodizea: ›So spricht der, der das Amen ist, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang von Gottes Schöpfung: 15 Ich kenne deine Taten. Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du doch kalt oder heiß! 16 Doch du bist lauwarm, weder heiß noch kalt. Darum will ich dich aus meinem Mund ausspucken. 17 Du sagst: Ich bin reich, habe alles im Überfluss und mir fehlt es an nichts. Dabei weißt du gar nicht, wie unglücklich du eigentlich bist, bedauernswert, arm, blind und nackt. 18 Ich gebe dir einen Rat: Kauf Gold von mir, das im Feuer gereinigt wurde. Dann bist du wirklich reich! Und kauf weiße Kleider, damit du etwas anzuziehen hast. Sonst stehst du nackt da und musst dich schämen! Kauf außerdem Salbe und streich sie auf deine Augen. Denn du sollst klar sehen können! 19 Alle, die ich liebe, weise ich zurecht und erziehe sie streng. Mach also Ernst und ändere dich. 20 Hör doch! Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten. Ich werde mit ihm das Mahl einnehmen und er mit mir. 21 Wer siegreich ist und standhaft im Glauben, der soll neben mir auf meinem Thron sitzen – so wie auch ich den Sieg errungen habe und neben meinem Vater auf seinem Thron sitze.‹ 22 Wer ein Ohr dafür hat, soll gut zuhören, was der Geist Gottes den Gemeinden sagt!«

Nett ist das nicht, was die Gemeinde in Laodizea zu hören bekommt, oder? „Du bist lauwarm, hast keine eigene Meinung!“ „Ich spucke dich aus!“ „Du denkst, Du bist reich – und hast doch nichts, bis vielmehr bedauernswert…!“ „Du setzte auf falsche Sicherheiten!“ „Du bist blind!“ „Das Wesentliche verpasst Du!“ Hm, nett ist das nicht…
Und dann heißt es weiter: „Alle, die ich liebe, weise ich zurecht. Ändere dich. Ich stehe vor der Tür und klopfe an! Ich besuche dich gerne. Ich will dein Gast sein!“
Wer spricht das? Johannes, Schreiber der Zeilen, richtet es aus von  --- Jesus Christus.

Zu Beginn der Adventszeit 2022 hören wir diese Worte. Schwere Worte. Hier meint es jemand ernst – mit uns. Worte, die Fragen stellen: Zu was wollen wir unsere Adventszeit nutzen? Was soll sie ausmachen? Wie wollen wir sie gestalten?
In dieser Zeit, in der so viel Durcheinander ist. In dieser Zeit, wo wir so viele Fragen zu klären haben. In dieser Zeit, wo so viele Probleme auf dem Tisch liegen und die Lösungen dafür so schwerfallen.
Der Text erinnert in seiner Ernsthaftigkeit daran, dass die Adventszeit als Vorbereitung auf die Menschwerdung Gottes im Kind Jesus mehr ist als „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…“
Und der Text lädt ein, so verstehe ich ihn, in unserem Suchen nach Lösungen und Antworten den mit einzubeziehen, der an unsere Tür klopft. In diesem Advent. In jedem Advent. Und dessen Namen wir tragen: Jesus Christus.

Wie beziehen wir diesen Jesus Christus ein?
Zuerst in dem wir Gott vertrauen. Indem wir vertrauen, dass Gott unsere Welt in seinen Händen hält und ihm an seiner Schöpfung liegt. Und dieses Vertrauen kann einen Ausdruck finden indem wir beten, Gott fragen in unser Suchen nach Antworten und Lösungen, damit deutlich machen: „Gott, wir schaffen es nicht allein. Wir brauchen Deine Hilfe! Befreie uns von unserer Kleinsicht, unserer Ich-Bezogenheit, unserer Angst, zu kurz zu kommen!“

Und wie beziehen wir diesen Jesus noch in unser Leben ein?
Indem wir so handeln, wie es dir Bibel von ihm erzählt. Indem wir anderen helfen, wo wir können und es möglich ist. Mit Zeit, Geld, offenen Ohren, einem festen Herz und zupackenden Händen. Indem wir uns aus unserer Komfortzone herausbewegen und versuchen, einen Beitrag zu leisten, dass Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung Themen sind, deren Fragen uns weiterbewegen und Lösungen weit entfernt scheinen. Der zu Ende gegangene Klimagipfel erzählt davon. Der Krieg in der Ukraine gibt davon Zeugnis.
Beten, also Gottvertrauen und zugleich daraus die Kraft gewinnen, etwas zu tun. So wie man kann. Mit den Möglichkeiten, die man hat.

Nun beginnt die 64.Aktion BfdW. Wir laden heute und in den kommenden Wochen ein, sich daran zu beteiligen. In unseren Gottesdiensten mit der Kollekte z.B. Oder über den Gemeindebrief, der sie in diesen Tag mit einem Spendentütchen erreichen müsste.
Brot für die Welt, das ist: weltweite Hilfe und Solidarität - Lernen vom Leben anderer Menschen - Menschen Kraft schenken, ihr Leben selbst zu verbessern - mit kleinen Schritten eine große Wirkung erzielen - seit mehr als 60 Jahren unsere Tür in die Welt - der beste Grund, über den Tellerrand hinauszuschauen
Eine Welt, ein Klima, eine Zukunft! Die 64. Aktion Brot für die Welt will uns aufrütteln und erinnern, dass der Klimawandel da ist und Menschen weltweit Unterstützung brauchen, um ihr Leben daran anzupassen. Eine Welt, ein Klima, eine Zukunft! Wacht auf, der Klimawandel betrifft die ganz Erde. Die Veränderungen machen uns endgültig bewusst, dass wir nicht allein sind. Die Menschen gehören zusammen, es ist EINE Welt. Eine Welt, ein Klima, eine Zukunft. Gott segne die Aktion, die an diesem Wochenende in vielen Gemeinden in Deutschland eröffnet wird.

Ein kleiner Beitrag. Von uns als Kirchengemeinde. Von uns als Menschen dieser Stadt. Advent ist. An Jesu Kommen auf die Erde erinnern wir uns. Wie wollen wir ihn empfangen? Amen.

VATER UNSER

SEGEN
So segne uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

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GEBET für den Frieden

LIED 430,1+2 Gib Frieden Herr, gib Frieden…
1. Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf. Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt. Wir rufen: Herr, wie lange? Hilf uns, die friedlos sind.
2. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr. Es wird so viel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr. Die Horizonte grollen, der Glaube spinnt sich ein. Hilf, wenn wir weichen wollen, und lass uns nicht allein.

KLAGE
Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein! Nicht gestern, nicht heute, nicht morgen.
Und doch ist Wirklichkeit geworden, was wir uns alle nicht haben vorstellen können. Es herrscht Krieg in Europa. Recht und Gerechtigkeit werden gebeugt und wir sind voller Sorge und Angst, was auf die Menschen in der Ukraine und in Russland, was auf uns und auf die Welt zukommt.
Wir sind fassungslos. Worte fehlen. Unsere Kraft ist zu klein. Wir fühlen uns hilflos.
Wir wollen im Gebet an die Menschen denken, die in all dies Schreckliche verwickelt sind und daran mitwirken.
Wir hoffen und beten, dass noch Vernunft einkehren möge, ein Stopp der Angriffe erfolgt, eine Umkehr zum Frieden. In Europa und in der weiten Welt.

GEBET
Gott, wohin sollen wir uns wenden, hilflos angesichts des Krieges in der Ukraine?
Wir sorgen uns um die Menschen, die den Angriffen ausgeliefert sind und Frieden wollen.
Wir sorgen uns um Europa und fürchten die Eskalation der Gewalt.
Wir sorgen uns um die Menschen in den Kriegs- und Krisengebiete in unserer Welt!
Wir wenden uns an dich, Gott, und bitten, dass Feindschaft überwunden wird.
Lass uns menschenverachtenden Parolen widerstehen.
Mach uns immun gegen das Gift von Hass, Falschmeldungen, Polarisierungen und Abgrenzungen.
Erfülle uns mit dem Geist des Friedens.
Wir sagen dir nun in der Stille, was wir auf dem Herzen haben.

STILLE

ZUSPRUCH
Jesus sagt:
>Glückselig sind die, die Frieden stiften.
Denn sie werden Kinder Gottes heißen!<
So sind wir auf dem Weg und vertrauen, das Gottes Liebe größer ist als der Hass von uns Menschen.

LIED 430,3+4 Gib Frieden Herr, gib Frieden…
3. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt. Du hast für uns gelitten, hast unsern Streit erwählt, damit wir leben könnten,
in Ängsten und doch frei, und jedem Freude gönnten, wie feind er uns auch sei.
4. Gib Frieden, Herr, gib Frieden: Denn trotzig und verzagt hat sich das Herz geschieden von dem, was Liebe sagt! Gib Mut zum Händereichen, zur Rede, die nicht lügt, und mach aus uns ein Zeichen dafür, dass Friede siegt.

SEGEN
So segne uns und unsere Welt, Gott, Vater Sohn und Heiliger Geist. Amen.