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Diese Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach, Homberg


ANDACHT für Zuhause, Oktober 2026

ERÖFFNUNG
Gott, danke für diese Andacht. Segne sie mir. Amen. 

LIED EG 455,1-3 Morgenlicht leuchtet…
Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang. Frühlied der Amsel, Schöpferlob klingt.
Dank für die Lieder, Dank für den Morgen, Dank für das Wort, dem beides entspringt.

Sanft fallen Tropfen, sonnendurchleuchtet. So lag auf erstem Gras erster Tau.
Dank für die Spuren Gottes im Garten, grünende Frische, vollkommnes Blau.

Mein ist die Sonne, mein ist der Morgen, Glanz, der zu mir aus Edena aufbricht!
Dank überschwänglich, Dank Gott am Morgen! Wiedererschaffen grüßt uns sein Licht.

(Text: Jürgen Henkys (1987) 1990 nach dem englischen »Morning has broken« von Eleanor Farjeon vor 1933 Melodie: gälisches Volkslied vor 1900; geistlich vor 1933)


IMPULS
Nein, trotz aller großen und berechtigten Sorgen um die Gegenwart und die Zukunft wollen wir als Christinnen und Christen den Kopf nicht in den Sand stecken!
Wir wollen die Sorgen und Nöte nicht vergessen – doch auch trotzdem Danke sagen für das, was zu unserem Leben gehört!
Dank für gelingende Arbeit im Garten, auf dem Feld, im Büro, im Haus, in der Schule, in unserer Familie. Wir sagen Gott Dank für all das, weil wir wissen und ahnen, dass all das nicht selbstverständlich ist, dass manches wie ein Geschenk ist, welches wir ganz selbstverständlich annehmen. Und wir sagen Gott Dank, weil wir es aus seiner Hand nehmen – seine Gaben an uns!

Und auch deswegen ist das Erntedankfest sinnig, weil wir sonst oft leicht das Danken vergessen bei allen Sorgen – und so ein Tag rückt es uns wieder in den Blick!
Ernte-Dank-Tag: Ganz Verschiedenes, für das wir danken können. Ganz Verschiedenes, weil wir alle verschieden sind und unterschiedliches unser Leben ausmacht! Kinder werden für anderes danken als Erwachsene; der am Fließband dankt für anderes als der auf dem Feld.

Verschiedenes, was wir heute in den Blick nehmen – aber auch Gemeinsames: der Dank für Gesundheit und Bewahrung, für Sicherheit und Geborgenheit, für Liebe und Fürsorge, für Essen und Trinken. Vieles, was uns da als Menschen verbindet und eint – trotz aller Unterschiedlichkeit, die uns ausmacht.
>Mir ist in meinem Leben wertvoll und dafür will ich danken!< - Was würden Sie da für sich festhalten wollen? Was ist wertvoll und wofür können Sie danken? Überlegen Sie, was Sie nennen würden… -:::-

Ich für mich habe das notiert:
>Mir ist in meinem Leben wertvoll:
die Liebe meiner Frau, meine Kinder, die Großfamilie, Freunde und Freundinnen, Gesundheit, meine Arbeit, Urlaub machen, das Vertrauen anderer Menschen, Anerkennung, Erfolg, Geborgenheit, Hoffnung, Gottes Segen, Frieden, meine Hobbys - … und dafür will ich danken!“ Das war meins!

Und noch eine Frage: Wenn Sie jetzt nochmal in Gedanken Ihre Liste durchgehen: Worauf könnten/möchten Sie auf keinen Fall verzichten?
Meine Liste ist unter diesem Aspekt etwas kleiner geworden. Es steht noch auf ihr:
>Mir ist in meinem Leben wirklich wertvoll:
die Liebe meiner Frau, meine Kinder, die Großfamilie, Freunde und Freundinnen, die Gesundheit, das Vertrauen anderer Menschen, Geborgenheit, Hoffnung, Gottes Segen und Frieden.

Vielleicht geht es ihnen ähnlich wie mir: wenn ich mich frage, was wirklich wichtig ist, treten manche Dinge in den Hintergrund: Arbeit, Urlaub, Erfolg, Anerkennung. Es bleiben (bei mir zumindest) letztlich Dinge, auf die ich wenig Einfluss habe, dir mir geschenkt sind, die ich nur annehmen, aber nicht erzwingen kann…

Und das wäre auch meine These für diese Andacht: viele Dinge in meinem Leben sind mir wichtig und wertvoll, sie nehmen einen großen Platz ein, geben mir Sinn und Freude, sie kann ich beeinflussen und bestimmen, sie kann ich mir erarbeiten. Dafür möchte ich danken!
Das wirklich Wichtige aber, dass, worauf ich auf keinen Fall verzichten könnte, muss ich mir schenken lassen, kann ich nur annehmen: von anderen Menschen – und von Gott, der dahintersteht, so bekennen wir es als Christinnen und Christen.

Das Wichtigste können wir uns nur schenken lassen, da haben wir keinen Einfluss drauf!
Ich wünsche uns, dass wir das Wichtige und Wichtigste in unserem Leben wahrnehmen können. Und dass wir dafür dankbar werden. Und dass wir denen, denen wir es verdanken Danke sagen.

Und: Vielleicht gelingt es ja, etwas von der eigenen Dankbarkeit weiterzugeben, an andere, dass die auch einen Grund zur Dankbarkeit haben.
Vielleicht ein gutes Wort, das den anderen froh macht.
Vielleicht ein bisschen Zeit, die ich dem nächsten zur Verfügung stelle.
Vielleicht ein offenes Ohr zum Zuhören.
Vielleicht eine ordentliche Kollekte beim nächsten Gottesdienst: weil es mir gut geht und ich die Möglichkeit dazu habe.

Denn auch damit würden wir dem, dem wir doch alles verdanken, Gott, Danke sagen. Dann hätten wir eine gute Ernte eingebracht! Amen.


FÜRBITTGEBET
Gott, Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir in einem Land leben, in dem es vielen Menschen richtig gut geht. Das ist etwas Besonderes.

Aber auch in unserem Land gibt es Menschen, die arm sind. Wir bitten dich, schenke denen, die viel haben ein weites Herz. Lass uns alle dafür sorgen, dass in unserem Land und in unserer Welt gerechtere Verhältnisse entstehen.

Wir danken dir für alle, die dafür sorgen, dass ausreichend Lebensmittel da sind. Segne ihre Arbeit und lass uns mit dafür sorgen, dass deren Arbeit angemessen bezahlt wird.

Wir denken vor die an alle Menschen heute Morgen, die mit dem Leben Mühe haben,
+ weil sie sich Sorgen machen
+ weil sie krank sind
+ weil allein sind
+ weil sie keine Hoffnung haben
+ weil sie unter Streit und Krieg zu leiden haben.
Sei du ihnen nah und hilf uns helfen. Amen.

VATER UNSER

SEGEN
So segne Du uns, Gott, und unsere Welt. Amen.