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Die Andacht schrieb Pfarrer Friedrich Heidelbach,  Homberg:

Andacht für Zuhause, 16. Mai 2021

EINSTIMMUNG
Zur Ruhe kommen, vielleicht eine Kerze anzünden, ein Musikstück hören, einen Liedvers summen oder singen.

ERÖFFNUNG
Der Friede Gottes sei mit uns allen! Amen.
Andacht feiern, mit Gott rechnen. Vertrauen und hoffen, dass Gott um das Schöne meines Lebens weiß – aber auch um das, was mir zusetzt, mich sorgt und traurig macht. Andacht feiern, vielleicht allein oder im kleinen Kreis – aber im Glauben verbunden. So feiere ich diese Andacht im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

GEBET zu Beginn
Gott, du Guter, hier sind wir. Öffne uns die Augen für das Gute, mit dem du uns beschenkst. Öffne unsere Ohren, damit wir hören, wenn jemand nach Hilfe ruft. Öffne unsere Herzen und Hände, damit wir helfen, wo es nötig ist. Gib uns deinen Geist, den Geist der Hoffnung, des Vertrauens, der Kraft zum Guten. Das bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.

LESUNG Verse aus Johannes 7,37-39
>Am letzten Tag, dem Höhepunkt der Festwoche, trat Jesus wieder vor die Menschenmenge und rief laut: »Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! Wer an mich glaubt, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt: Von seinem Inneren wird lebenspendendes Wasser ausgehen wie ein starker Strom.«  Damit meinte Jesus den Heiligen Geist, den alle bekommen würden, die an Jesus glauben. Den Geist bekamen sie erst, nachdem Jesus in Gottes Herrlichkeit zurückgekehrt war. <

PREDIGTIMPULS zu Johannes 7,37-39
Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Hausgemeinde,
kennen Sie Menschen, die so richtig guttun? Mit denen man gerne zusammen ist? Die, wenn man ihnen begegnet, ein Lächeln ins Herz zaubern?

Mir kommt sofort eine ältere Frau in den Sinn. Sie ist schon lange gestorben und ich vertraue darauf, dass sie in Gottes Liebe in Ewigkeit geborgen ist. Gerne habe ich sie besucht, sie hat eine Wärme und Güte ausgestrahlt, die mir damals als junger Pfarrer gutgetan hat. Wenn ich sie besucht hatte, bin ich anschließend reich beschenkt nach Hause gegangen.
Ich denke an einen jüngeren Mann, der nach einem großen Unglück seine Familie zusammenhält und mit dafür sorgt, dass keiner auf der Strecke bleibt und verloren geht. Er übernimmt Verantwortung, gibt Zeit, hat Geduld und ist stark – ob ihm das jemand zugetraut hat? Er tut anderen gut – ich bin beindruckt!
Und auch an einen Freund muss ich denken. Gerne bin ich mit ihm zusammen. Seine ruhige und wohltuende Art tut mir gut, sein Humor ist herzerfrischend, gute, wohltuende Gespräche können wir führen.
Menschen, die mir guttun!

Liebe Leserin, lieber Leser, »Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! Wer an mich glaubt, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt: Von seinem Inneren wird lebenspendendes Wasser ausgehen wie ein starker Strom.« Das konnte Jesus sagen. Von sich! Vielleicht klang das für viele zu vollmundig! Zu großmäulig. Zu arrogant! Bestimmt!
Aber noch mehr haben ihn so erlebt: Er war einer, mit dem das Zusammensein gutgetan hat, der geholfen und geteilt hat, der von sich gegeben, der zugehört und gesprochen, der gesegnete und geheilt hat. Er war einer, der anderen Menschen wohltat. Einer, mit dem es ein Gewinn war, zusammen zu sein. Er war einer, bei dem die Menschen in der Begegnung mit ihm Gott selbst erlebten. Er hat gutgetan.
Denken Sie an Zachäus. Außerhalb jeder Gemeinschaft stand er und Jesus bricht diese Mauer auf, hält ihm den Spiegel vor und Zachäus ändert sein Leben und kann sich neu öffnen. Jesus hat ihm gutgetan.
Ich denke an die Frau, die die Ehe gebrochen hat und der Jesus einen neuen Anfang schenkt. Die Gesetzeslehrer wollten ihre Verurteilung. Jesus aber gelingt es, die Situation so zu verändern, dass alle merken: Auch wir sind nicht ohne Schuld. Jesus hat ihr gutgetan – und den anderen, die das erlebt haben auch.
Ich erinnere an die Kinder, die mit ihren Müttern zu Jesus wollten. Den Jüngern hat das nicht gefallen. Jesus weist die Freunde zurecht, nimmt sich Zeit für die Kinder, segnet sie und spielt mit ihnen. Jesus hat ihnen gutgetan.
Denken Sie an die vielen Heilungsgeschichten, an die Begegnungen mit Menschen, an seine Reden und Taten. Das hat vielen Menschen gutgetan.
Und so ist er seinen Weg gegangen, allein Gott und allein den Menschen, die ihm nah sein wollten, in Liebe verpflichtet. Konsequent, bis zum Tod. Und Gott stellt sich auf seine Seite und schenkt ihm an Ostern neues Leben. Und das wird zum Grund unserer Hoffnung! Zum Grund unseres Glaubens. Ja, Jesus hat gutgetan – bis heute. Auch uns.

Liebe Leserin, lieber Leser, wohl wahr:
Wir sind nicht Jesus. Und doch tragen wir seinen Namen. Wir nennen uns Christinnen und Christen und wollen doch auf seiner Spur sein, ihm nachfolgen, uns an ihm orientieren in unserem Reden, Leben und Handeln. Wir wollen seine Liebe weitergeben und mit dafür sorgen, dass Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in unserer Welt und in unserem Leben Raum findet.

Und so will ich diese Frage auch an uns in unseren Gemeinden stellen: Tun wir als Kirche gut? In unserer Stadt? IN den Dörfern? In der Region? Tragen wir mit dazu bei, dass das Leben einfacher wird und Menschen, die in Not sind, wahrgenommen werden? Bekommen die in unserer Gesellschaft durch uns eine Stimme, denen niemand (mehr) zuhört? Würde was fehlen, wenn es unsere Kirchengemeinde nicht mehr gäbe? Tragen wir in unserem Handeln mit dazu bei, das Gottes Liebe wahrgenommen wird?

Als Kirchgengemeinde wollen wir doch so etwas sein wie ein „Stützpunkt“ der Liebe Gottes. So können wir füreinander beten, nacheinander sehen (mit Maske und Abstand), einander helfen, so wie das geht und unser Geld teilen, so wie wir es vermögen. Wir brauchen nicht neidisch zu sein, nur weil der Nachbar schon zweimal gegen Corona geimpft ist und ich noch nicht. Und wir müssen auch nicht schlecht über andere reden und so mit dazu beitragen, dass deren Leben schwerer wird.
Die Kirchengemeinde als ein „Stützpunkt der Liebe Gottes“, ein Ort, der Menschen guttut und sie heilsames erfahren – dafür wollen wir uns einsetzen. Und dann könnten Menschen doch erleben: Das Evangelium ist eine gute Botschaft! Es hilft und ermutigt, Gutes zu tun.

Und wir persönlich? Tun wir gut den Menschen, denen wir begegnen und die zu unserem Leben gehören? Unseren Familien, den Freundinnen und Freunden? Den Nachbarinnen und Nachbarn?  Den Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen? Den Mitschülerinnen und Mitschülern?

Eingeladen sind wir, dran zu bleiben, weil wir den Namen Jesu tragen. Eingeladen sind wir, Gutes zu tun, so gut wie wir das können. Mit den Gaben und Möglichkeiten, die wir haben. Wissend, dass das nicht immer gelingen wird. Aber voll Vertrauen, dass der, von dem „Ströme lebendigen Wassers ausgehen“, an unserer Seite steht und uns seinen Geist dazu schenkt. So hat er es uns versprochen. In der Taufe. Warum sollte ich ihm das nicht glauben? Amen!

VATER UNSER

SEGEN
Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt, hoch und weit, fest gespannt über unsre Welt. Guter Gott, ich bitte dich schütze und bewahre mich lass mich unter deinem Segen leben und ihn weitergeben, bleibe bei uns alle Zeit. Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit, segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit. Amen.