Aktuelle Seite: Startseite Im Blick Liebe Leserin, liebe Leser,

mit dem Zusatzgesangbuch EG+ haben wir wirklich viele schöne neue Lieder zur Verfügung, die wir in den Gottesdiensten miteinander singen können. Seit mehr als einem Jahr ist das EG+ in Gebrauch, seit dem letzten Jahr singen wir Monatslieder aus diesem Buch, um die neuen Lieder kennenzulernen. Auch in diesem Jahr setzen wir die Reihe fort. Für den Monat Juni ist das Lied EG+ 155 ausgesucht, Erfreue dich Himmel… Es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde; erfreue sich alles, was fröhlich kann werden.
Refrain: Auf Erden hier unten, im Himmel dort oben: Den gütigen Vater, den wollen wir loben.

So können wir in der ersten Strophe singen. Hier wird ein weiter Bogen geschlagen: Himmel und Erde sollen sich freuen, um damit Gott, den gütigen Vater, zu loben.

Und dann wird in den folgenden Strophen der weite Bogen konkretisiert: Sonnen und Monde, funkelnde Sterne, die Räume des Alls, die Tiefen des Meeres, Fischlaich und Würmer, Schnee, Hagel und Regen, brausende Stürme, Wüsten und Weiden, Gebirge und Täler, die Tiere des Feldes, die Vögel in der Luft. Sie alle sollen in das Lob Gottes einstimmen:

Auf Erden hier unten, im Himmel dort oben:
Den gütigen Vater, den wollen wir loben.                                                                             

Aber damit nicht genug. In der fünften Strophe werden auch die Menschen mit einbezogen:

Ihr Männer und Frauen, ihr Kinder und Greise, ihr Kleinen und Großen, einfältig und weise: Auf Erden hier unten…

Schließlich endet das Lied und bringt Himmel und Erde zusammen: die Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer, aber auch die himmlischen Flammen sollen in das Gotteslob einstimmen und ebenso Menschen und Engel. Die Verbindung zur ersten Strophe ist hergestellt: Himmel und Erde gehören zusammen, sie sind verbunden im Lob Gottes.
Es wirkt fast, als ob die katholische Liederdichterin Maria Luise Thurmaier(+2005), der wir die Strophen 2 bis 5 verdanken, am Schöpfungsbericht der Bibel entlanggeht und den zum Klingen bringt. Mir gefällt das!

Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht ist das eine gute Übung, sich immer mal Gedanken darüber zu machen, für was man danken möchte – Gott oder auch anderen Menschen. Wie man das machen kann, erzählt in wunderbarer Weise die folgende Geschichte, an die ich erinnern möchte:

Man erzählt sich die Geschichte von einer Frau, die sehr alt wurde und tief glücklich lebte.

Sie war eine große Lebensgenießerin und verließ das Haus nie, ohne sich eine Handvoll Bohnen einzustecken. Sie tat dies nicht, um die Bohnen zu kauen. Nein, sie nahm sie mit, um so die schönen Momente des Lebens bewusster wahrzunehmen und sie besser zählen zu können.

Für jede Kleinigkeit, die sie täglich erlebte, zum Beispiel einen fröhlichen Schwatz auf der Straße, ein köstliches Brot, einen Moment der Stille, das Lachen eines Menschen, eine Tasse Kaffee, eine Berührung des Herzens, einen schattigen Platz in der Mittagshitze, das Zwitschern eines Vogels, für alles, was die Sinne und das Herz erfreute, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern.

Manchmal waren es gleich zwei oder drei.

Abends dann saß sie zu Hause und zählte die Bohnen in der linken Jackentasche. Sie zelebrierte diese Minuten. So führte sie sich vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war und freute sich. Und sogar an einem Abend, an dem sie bloß eine Bohne zählte, war der Tag gelungen. Es hatte sich gelohnt zu leben.

(gefunden in: K.A.Pfeifer, Neue Lebenskraft gewinnen, S.14)

Danken tut gut. Bewusst wahrzunehmen, was einem geschenkt wird, verändert den Blick, weitet ihn, macht froh und zufrieden.

Und wenn einem gar nicht zum Danken zu Mute ist? Es gefällt mir auch an diesem Lied, dass es Himmel und Erde zusammenbringt. Gott und Mensch gehören zusammen, sagt mir das. Unser Platz ist an der Seite Gottes. Gott will das so. An Jesus können wir das ablesen. Er hat uns das vorgelebt, macht die Bibel deutlich. Das ist eine gute Aussicht für die Erfahrungen, die uns schwer fallen.

Viele dankbare Momente wünsche ich Ihnen und das Vertrauen in Gott und seine Möglichkeiten.

Friedrich Heidelbach